Höchste Alarmstufe am Dienstagmorgen in Kärnten: In der Gemeinde Ainode bei Villach sind offenbar mehrere Menschen von Erdrutschen verschüttet oder mitgerissen worden. „Die Lage ist noch völlig unklar. Der Polizeihubschrauber ist unterwegs. Wir hoffen, dass er trotz des Wetters fliegen kann“, sagte Rainer Dionisio, Sprecher der Kärntner Polizei. Die Alpenpolizei ist im Einsatz, ebenso dutzende Feuerwehrleute. „Es sieht schlecht aus. Wir warten alle ab, bis wir uns einen Überblick verschaffen können. Teilweise sind die Gebiete komplett von der Außenwelt abgeschottet“, sagte Daniel Frank, Kommandant des Freiwilligen Feuerwehrtreffens.
Für Versammlungen am Ossiah-See in den frühen Morgenstunden wurde eine Zivilschutzwarnung ausgesprochen. Einsatzkräfte vor Ort beschreiben die Lage als dramatisch.
Ein Krisenstab wurde eingerichtet
In der Gemeinde Einöde/Äußere Einöde bei Villach nehmen die Einsatzkräfte offenbar das Schlimmste in Kauf: Mehrere Menschen sollen in ihren Häusern verschüttet worden sein, aber auch Autos aus Muren. Die anhaltend starken Gewitter machten ein Vorrücken der Feuerwehr zunächst unmöglich. „Wir haben die ganze Nacht mehrere Notrufe erhalten. Die Bäche sind ausgebrochen. Die Kreisverwaltung hat christliches Personal eingestellt“, sagte Sprecher Dionisio.
Auf Gemeinde-, Landes- und Bundesstraßen ist es nach ersten Meldungen zu mehreren Schlammlawinen gekommen. Die Bevölkerung wird angewiesen, drinnen zu bleiben, in den ersten Stock zu gehen und sich an einen sicheren Ort zu begeben. Besonders betroffen sind die Distrikte Winklern und Outer Wasteland.
Es hat auch Auswirkungen auf das Verkehrsnetz. Unter anderem ist die Turracher Straße (B95) zwischen Gnesau und Zedlitzdorf gesperrt, ebenso die Millstätter Straße (B98) bei Spielen. Das Äußere Ödland kann nur über Villach erreicht werden.
Stromkabel fielen auf die Straße
Bereits in der Nacht zum Dienstag wurde das Gebiet in der Äußeren und Inneren Wüste von Stürmen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein großer Ast stürzte auf die Stromleitung über der Millstätter Straße (B98). Dieser schied durch FF Winklern Einöde aus. Gleichzeitig stürzte ein größerer Baum durch die Millstätter Straße (B98) in unmittelbarer Nähe. Diese wurde von FF Winklern Einöde und dem Grundstückseigentümer entfernt.
In Buchholz stürzten mehrere Bäume auf die Buchholzer Straße (L45a) und blockierten diese. Die Bäume wurden vom FF-Treffen entfernt. Auf einem Firmenparkplatz stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto und richtete schwere Schäden an. Ein Baum fiel auch auf eines der Lagerhäuser des Unternehmens und beschädigte es. Gegen 18:00 Uhr stürzten in der Schlucht zwei vom örtlichen Trafo der KELAG Kärnten abgeschnittene Stromkabel auf die Millstätter Straße (B98) und stürzten dort ab. Bis zum Eintreffen der KELAG-Mitarbeiter musste die Millstätter Straße (B98) bis 19:20 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt werden.
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