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Corona: Krankschreibung per Telefon ++ Klare Ansage fürs Oktoberfest

  • Telefonate sind ab sofort wieder möglich
  • Das Münchner Oktoberfest findet nach zwei Jahren Corona wieder statt
  • Die Bundesregierung erntet für ihren neuen Corona-Plan Lob, aber auch Kritik
  • Das RKI meldet am Donnerstag einen Rückgang der Krone
  • Die Bundesregierung hat sich offenbar gegen eine neue RKI-Bewertung der Kronendämmung gewehrt
  • Nasenspray: Die Bundesregierung fördert die Entwicklung eines nasalen Corona-Impfstoffs

Berlin. In der aktuellen Corona-Sommerwelle sind die Zahlen noch hoch, aber etwas rückläufig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 74.645 Neuinfektionen (Vorwoche: 104.126) und eine bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz von 451,3 (Vortag: 477,9; Vorwoche: 630,4). Dennoch mahnt das Institut zur Vorsicht und warnt vor neuen Herausforderungen in der Pandemie. Generell sind aktuelle Daten mit Vorsicht zu lesen, da viele Infektionen nicht erfasst werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereitet sich nun umfassend auf den Herbst vor. Am Mittwoch hat er gemeinsam mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) ein Kompromisspaket zur Novellierung des Infektionsschutzgesetzes vorgelegt. Das wichtigste Instrument im Kampf gegen die Pandemie wird demnach die Maskenpflicht sein.

Morgenpost von Christine Richter

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Corona-News vom Donnerstag, 4. August: Corona-Zahlen im Abwärtstrend – Infektionsdruck weiterhin hoch

22.40 Uhr: Das Robert-Koch-Institut erkennt einen Abwärtstrend in der Corona-Sommerwelle, gibt aber noch keine Entwarnung. Laut dem wöchentlichen Covid-19-Bericht des Instituts vom Donnerstagabend gingen die Sieben-Tage-Fälle im ganzen Land letzte Woche im Vergleich zur Vorwoche deutlich um insgesamt 21 Prozent zurück.

Die Morbidität nahm im Wochenvergleich in allen Bundesländern und Altersgruppen ab. Der allgemeine Infektionsdruck bleibt jedoch hoch, warnen die Autoren. „Auch die damit verbundene Belastung des Gesundheitssystems bleibt hoch, obwohl sich die betriebliche Lage in der vergangenen Woche leicht verbessert hat.“

Laut RKI werden Millionen Corona-Impfungen benötigt – noch einmal mehr Impfungen

17.51 ​​Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht angesichts der Corona-Pandemie weiterhin einen Impfbedarf von Millionen Menschen – obwohl im Juli etwas mehr Impfungen verabreicht wurden als im Vormonat. Die Auffrischungsimpfung schützt auch während Omicron weiterhin sehr effektiv vor schweren Verläufen, daher sollten neben Startimpfungen für Ungeimpfte auch Impflücken für bisher nur Grundgeimpfte geschlossen werden, wie RKI-Team in der mitteilte neuen Monatsbericht zu Impfungen gegen Covid 19 am Donnerstag geschrieben.

Der bisherige Tiefpunkt im Impfgeschehen wurde laut RKI im Juni mit fast einer Million Impfungen in rund 29.700 Impfstellen erreicht. Im Juli ging die Zahl der Geimpften weiter zurück (27.900), mit knapp über einer Million wurden laut dem Bericht aber erstmals etwas mehr Impfungen als im Vormonat erfasst. „Der seit Anfang des Jahres anhaltende Abwärtstrend bei den Impfzahlen scheint im Juli erstmals gestoppt zu sein.“

Telefonate sind ab sofort wieder möglich

12:36 Uhr: Aufgrund der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen ist eine Krankschreibung wegen Erkältungssymptomen nur noch telefonisch und ohne Praxisbesuch möglich. Das habe ein gemeinsamer Bundesausschuss aus Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag entschieden, sagte ein Sprecher. Daher ist die Regelung zunächst bis Ende November befristet.

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können nach telefonischer Rücksprache mit einem Arzt bis zu sieben Tage ohne Praxisbesuch krankgeschrieben werden. Der Krankenstand kann telefonisch um weitere sieben Tage verlängert werden. Die Verordnung galt bereits zu Beginn der Corona-Pandemie, lief aber aufgrund der ruhigeren Lage mit dem Infektionsgeschehen am 1. Juni aus.

Inzwischen seien die Zahlen aber wieder gestiegen, erklärte der Vorsitzende der Kommission, Josef Hecken. Gleichzeitig beginnt in den kommenden Monaten die Erkältungs- und Grippesaison. „Wir wollen volle Wartezimmer in Arztpraxen und das Entstehen neuer Infektionsketten vermeiden“, sagte er. Die telefonische Krankenliste ist dafür eine einfache und bundesweit erprobte Lösung.

Auf den Krankschreibungen der Mitarbeiter liegen Kugelschreiber Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Laut Wiesn-Chef Baumgartner wird das Oktoberfest auf jeden Fall stattfinden

11.56 Uhr: Trotz der für den Herbst erwarteten Eskalation der Corona-Situation soll das Münchner Oktoberfest wie geplant stattfinden. „Die Wiesn findet statt“, sagte Wiesn-Chef Clemens Baumgartner (CSU) am Donnerstag vor Journalisten in München. Mit dieser klaren Aussage sollten alle Missverständnisse ausgeräumt werden, sagte Baumgartner zu Spekulationen, es könne noch gekippt werden.

Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt, das in den vergangenen zwei Jahren wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Baumgartner sagte, es gebe mit Corona, der hohen Inflation, dem Krieg in der Ukraine und der Energiekrise ein „schwieriges Umfeld“ für das Volksfest. „Allerdings haben wir uns als Stadt entschieden, die Wiesn stattfinden zu lassen.“

Baumgartner sagte, dass die Bierpreise trotz der deutlich gestiegenen Inflation danach nicht angehoben werden. Die im Juni veröffentlichten Preise von rund 13 Euro pro Liter Bier sind fast 16 Prozent höher als beim letzten Festival im Jahr 2019.

Die Bundesregierung erntet Lob und Kritik für den neuen Corona-Plan

10.13 Uhr: Vertreter von Ärztekammern und Patientenschützern loben und kritisieren seit Herbst die Pläne der Regierung zur Corona-Bekämpfung. In einem Interview mit dem „Redaktions-Netzwerk Deutschland“ (Donnerstag) forderte Patientenanwalt Eugen Brysch einen besseren Schutz für Menschen in Pflegeheimen.

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, lobte, dass Schulen nicht mehr geschlossen werden müssten. „Wir Kinderärzte erwarten, dass die Bundesländer nachziehen und die Schulen auch bei hohen Infektionszahlen geöffnet bleiben“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Auch die Maskenpflicht erst in der fünften Klasse ist eine Verbesserung, weil Grundschüler außen vor bleiben.

Der von der Bundesregierung vorgelegte Plan enthalte gute Ansätze, müsse aber noch konkretisiert werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen am Donnerstag im Deutschlandfunk. „Auch im dritten Jahr der Pandemie haben wir noch keine objektiven Daten“, kritisierte er. Für Herbst und Winter werden einheitliche, belastbare und rechtsverbindliche Rahmenbedingungen benötigt, anhand derer die Bundesländer über mögliche Maßnahmen entscheiden können. Im Moment gebe es noch viele Unsicherheiten, sagte Gassen.

Die Bundesregierung fördert das Corona-Nasenspray mit 1,7 Millionen Euro

6.51 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert die Bundesregierung erstmals die Entwicklung eines nasalen Impfstoffs. Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger sagte der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag), dass das Projekt am Münchner Universitätsklinikum namens Zell-Trans mit knapp 1,7 Millionen Euro unterstützt worden sei. Der Impfstoff wird mit einem Nasenspray auf die Nasenschleimhaut aufgetragen, d.h. ohne Nadel.

Damit könne es „direkt dort wirken, wo das Virus in den Körper eindringt“, sagte der FDP-Politiker. Bei der Schleimhautimpfung kämpfen die Coronaviren direkt im Nasen-Rachenraum und können sich dort nicht einmal ansiedeln. Im Idealfall könnte das Präparat nicht nur vor symptomatischen Erkrankungen, sondern auch vor einer Infektion schützen.

Eine Frau hält ein Nasenspray in der Hand (Symbolbild). Der Bund fördert die Entwicklung eines nasalen Corona-Impfstoffs Foto: AegeanBlue

Bayern: Die Bundesregierung verzichtet auf das neue RKI-Rating zur Corona-Isolierung

6.30 Uhr: In der Debatte um ein mögliches Ende der Isolationspflicht von Corona-Infizierten will die Bundesregierung laut Bayern keine Neubewertung der Lage durch das Robert-Koch-Institut (RKI). Das Bundesgesundheitsministerium habe eine Anfrage der Unionsstaaten abgelehnt, das RKI solle eine fundierte Stellungnahme zur Isolationspflicht abgeben, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holeczek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. „Das Argument, es gebe keine neuen Erkenntnisse, halte ich für fadenscheinig.“ Die unionsgeführten Länder hatten zuvor auf der Gesundheitsministerkonferenz eine entsprechende Einschätzung des RKI gefordert.

„Angesichts der aktuellen Entwicklungen, insbesondere in Österreich, brauchen wir einen Kompass. Was spricht also genau gegen die aktuelle Einschätzung der RKI-Experten?“, fragte Holecek. „Dass Österreich die Verpflichtung zur Selbstisolation aufgehoben hat, wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern in Frage gestellt. Sie erwarten zu Recht eine professionelle Einschätzung von uns.“

RKI registrierte 74.645 Corona-Neuinfektionen – Morbidität 451,3

5.50 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 451,3 an. Das ist das Ergebnis von Zahlen zum Stand des RKI-Dashboards…