Germany

Das Ende der Welt in Trefen und Ariah: Kärnten-Katastrophe: Vermisster Mann tot aufgefunden

tot restauriert

Nach ersten Informationen hat die Katastrophe mit dem Sturm bereits Menschenleben gefordert. Bei Versammlungen am Mittwochnachmittag wurde ein Mann von Suchteams und Hundesuchen tot aufgefunden. Der 82-Jährige sei von einer Schlamm- und Gerölllawine mitgerissen und getötet worden, bestätigt Bernd Rippan, der Landeshauptmann von Villach-Land. Der Tote ist einer von zweien, die seit Mittwochnacht vermisst werden.

Vom zweiten Vermissten gibt es laut Riepan noch keine Spur. Der Mann selbst rief gegen vier Uhr morgens die staatliche Alarm- und Warnzentrale an und sagte, er sei in der Schlucht zwischen dem Ödland und dem Afrikaner zwischen den Mauren gefangen worden.

100.000 Euro für die Opfer des Sturms

Aufgrund der Massenstürme in den Gemeinden Trefen und Ariah hat der Vorstand von „Kärntner in Not“ beschlossen, 100.000 Euro aus dem Katastrophenfonds für die betroffenen Menschen bereitzustellen. Die Auszahlung erfolgt in Abstimmung mit anderen Hilfsorganisationen und dem Land Kärnten direkt an die Betroffenen. Für kommenden Freitag ist ein Koordinierungstreffen mit Landesrat Daniel Fellner, Licht ins Dunkel und der Caritas geplant.

Landeshauptmann zurück nach Kärnten

Landeshauptmann Peter Kaiser ist derzeit mit dem Ausschuss der Regionen in Brüssel. Heute ist er wieder in Kärnten. „Die Menschen in den Sturmgebieten in Kärnten machen schreckliche Dinge durch, das Krisenmanagement der betroffenen Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden funktioniert und wir haben auch im Land ein Expertenteam aufgestellt, das die Koordination und den Informationsfluss sicherstellt“, sagte Kaiser. Zivilschutzbeamter Landesrat Daniel Fellner. Alle verfügbaren Geräte werden von nicht betroffenen Straßenmeistereien und vom Hof ​​des Wirtschaftsgebäudes oder von laufenden Baustellen in das Krisengebiet geschickt, um den Einsatzkräften und der Bevölkerung so gut wie möglich zu helfen“, sagte Landesstraßenbaureferent Martin. Gruber, der auch bei Besprechungen dabei ist, hat den Schaden fotografiert.

100 Soldaten im Einsatz

Die Armee schickte 100 Soldaten in das Katastrophengebiet. Die Pioniere von Villach versuchen derzeit “Schritt für Schritt”, den Weg ins Nachbartal freizumachen, so Christoph Hoffmeister, Sprecher des Kärntner Militärkommandos. Schwere Maschinen, Bagger und Kettensägensoldaten werden eingesetzt, um umgestürzte Bäume zu entfernen, die verkeilt sind. Noch ist nicht klar, wie lange es dauern wird, bis die Bundeswehr nach Ariach zieht. „Wir machen uns auf den Weg“, sagte Hoffmeister.

Videobericht von Meetings

Bürgermeister Klaus Glanznig und Feuerwehrhauptmann Daniel Frank sprachen mit der Kleinen Zeitung über die Situation. Das bleibt extrem angespannt. Die Reinigung ist im Gange und es wird intensiv nach Vermissten gesucht.

Die Wasserrettung rettete mehrere Menschen

Ödland und Annenheim sind betroffen

In dem Ödlanddorf standen Schlamm und Wasser bis zu zwei Meter hoch. In Anenheim wurde der Campingplatz überschwemmt.

© Georg Lux

© Katharina Polan

Die Pfarrkirche ist überflutet

Auch die Pfarrkirche in Trefen hat unter den Wasser- und Schlammmassen gelitten.

E-Werk ist beschädigt

Das Kraftwerk wurde in der Schlucht zwischen Einode und Afrika schwer beschädigt. „Aufgrund der hohen Wasser- und Sedimentbelastung wurde das Kraftwerk Arriach am Dienstag gegen 21 Uhr vom Netz genommen und gesichert“, sagte Christian Rupp, Leiter Produktion / Technische Dienste bei der Kelag. Am Mittwoch gegen 3 Uhr morgens wurde erneut Alarm geschlagen, als der Zugang zur Anlage nicht mehr möglich war. „Nach ersten Informationen ist das Wrack im Bereich des Kraftwerks etwa vier Meter hoch und die Schäden am Kraftwerk werden genau untersucht, sobald ein sicherer Zugang möglich ist“, sagte Rup. Die Versorgungssicherheit wird durch Schäden am Kraftwerk nicht beeinträchtigt.

Machtlose Haushalte

7.500 Haushalte rund um Villach und das Gelendetal waren am Mittwochmorgen noch immer ohne Strom.

© APA

Zwei verschwanden in Meetings

Katastrophenschutzbeauftragter Daniel Fellner und Bürgermeister Karl Glanznig sprechen nun von zwei Vermissten, “die vermutlich in das Geschehen verwickelt sind”. Laut ORF wurden bereits neun Personen von der Flugpolizei herausgeholt.

© Helmut Weichselbraun

Ereignis des Jahrhunderts

Zwei Heereskompanien, Wasserrettung, Bergrettung, sowie das Rote Kreuz und etwa 30 Feuerwehrleute. Auch Drohnen und Suchhunde kommen zum Einsatz. Das Treffen mit Bürgermeister Klaus Glanznig spricht von einem “Jahrhundertereignis”. Pöllinger und Trefner Bach explodierten in Trefen und nahmen schwere Steine, Schutt und sogar ein Auto mit. Eine meterhohe Wasser- und Schlammlawine hinterließ ihre Spuren in der Stadt.

© Helmut Weichselbraun

Zivilschutzsignal ab 15:35 Uhr

Starkregen mit bis zu 118 Litern pro Quadratmeter, Hagel in Tennisballgröße, Orkanböen mit bis zu 129 Stundenkilometern: Vor allem am Ossiacher See und im Nachbartal herrscht ab Mittwochnacht erneut Großalarm. In Trefen und Ariach wurde eine Zivilschutzwarnung herausgegeben. Die Menschen sollten ihre Häuser nicht verlassen!

Ausnahmezustand auch in Ariach

Auch in Arriach sind alle Bäche ausgebrochen und von der Umwelt abgeschnitten. Im Kreis Hundsdorf sind etwa 150 Menschen ohne Trinkwasser, da das Leitungsnetz stark beschädigt ist.

Video: Lagebild mit dem Polizeihubschrauber

“Wie ein Erdbeben”

Innerhalb von Sekunden, gegen 2 Uhr morgens, stiegen der Pöllinger und der Treffner Bach zu den reißenden Flüssen und brachten einen Erdrutsch mit sich, der alles auf seinem Weg hinwegfegte. “Es war wie ein Erdbeben”, sagte ein schockierter Anwohner. “Wir rannten nach draußen, um zu sehen, was los war.”

Was die Menschen bei Versammlungen gesehen haben und immer noch sehen, ist Verwüstung, Zerstörung und enorme Schäden. Viele Häuser stehen mehr als einen Meter unter Wasser, der Schlamm reicht bis an die Decke der Erdgeschossräume. Tonnenschwere Steine ​​wurden weggefegt, trafen die Häuser wie Granaten und beschädigten sie schwer. Darunter jahrhundertealte Gebäude. Nach ersten Informationen besteht Einsturzgefahr für mehrere Gebäude.

“Ereignis des Jahrhunderts”

Bürgermeister Klaus Glanznig sagte dem örtlichen Ordnungsamt: „Wir erleben hier ein Jahrhundertereignis. Kindergarten und Schule in Trefen bleiben heute geschlossen.“ Erst vor wenigen Wochen sei entlang des Pöllinger Baches ein Rückhaltebecken gebaut worden: „Es hat viel Schlamm und Steine ​​aufgehalten. Ohne den Pool wäre es wahrscheinlich viel schlimmer als jetzt. Material und ist jetzt randvoll.”

Video: Anwohner filmten die Wassermassen

Eine Fahrspur der Bundesstraße ist zu einem Bach geworden und die Felder zwischen dem Glock Performance Horse Center und der Einfahrt zur Treffen-Autobahn sind komplett überflutet. Auch hier wurden viele Häuser überflutet. Das Tagungszentrum ist komplett unpassierbar. Wasser- und Schlammfluten brachen und nahmen den Asphalt auf den Straßen weg. „Es sieht so aus, als ob wir uns im Krieg befinden“, sagte ein Mann bei dem Treffen.

Fehlen

Mindestens eine Person, ein 82-jähriger Rentner, ist unbekannt. Er soll vor sein Haus in der Pöllinger Straße gegangen sein, um zu sehen, was los ist. Danach war er nicht mehr zu sehen. Ein in einem Gebäude eingeschlossener Mann kann nachts noch von der Feuerwehr gerettet werden. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurde auch ein Auto von den Überschwemmungen mitgenommen. Zum Glück musste es leer sein.

weinende Menschen

Entlang des Pöllinger Baches wurde kürzlich mit dem Bau einer weiteren Abflussregelung begonnen. Für viele Betroffene zu spät. Nachbarn umarmen und weinen. Katarina Zlatinger, eine der Betroffenen, sagte: „Unsere Oma sagt, dass es das letzte Mal 1946 so ein schlimmes Hochwasser gegeben hat.“

Der Parkplatz von Spar wurde in eine Basis für Rettungsdienste umgewandelt. Heer, Wasserrettung, Bergrettung und mehr als 30 Feuerwehren – darunter die Freiwillige Feuerwehr Tiffen – sind im Dauereinsatz. Mithilfe von Seilen versuchen die Helfer, sich auf den überfluteten Straßen fortzubewegen. Immer wieder müssen sie ihre Aktionen einstellen – es ist einfach zu gefährlich.

Video: Geländetal nach Sturm überschwemmt

Mehrere Hindernisse und ÖBB-Sperre

Laut Kärntens Antenne sind derzeit folgende Straßen gesperrt:

Die Teuchener Landesstraße zwischen Klösterle und Millstätter Straße (B 98) in der Gemeinde Arriach kann weiterhin nicht überquert werden. Die Millstätter Straße zwischen Radenthein und Treffen ist wegen Erdrutschen in beiden Richtungen gesperrt. Vom Grenzübergang Trefen zum Grenzübergang Klam. Und Moosweg oder St. Andräer Straße in Trefen sind weiterhin gesperrt. Derzeit gibt es nur Umfahrungsmöglichkeiten über Drautal und Feldkirchen. Die Turracher Straße (B 95) zwischen Himmelberg und …