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Der gesetzliche Feiertag fällt auf den Sonntag – gibt es schon Ersatz für den ausgefallenen 1. Mai, 1. Januar und Co.?

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27. April 2022 – 9:36 Uhr

Ironischerweise ist der 1. Mai der Tag der Arbeit und fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Das ist eine schlechte Nachricht für die Mitarbeiter – sie haben einen Tag weniger. Einige Politiker werben nun dafür, verlorene Wochenenden künftig nachzuholen. In vielen Ländern – darunter Belgien, Spanien und das Vereinigte Königreich – werden Feiertage, die auf das Wochenende fallen, am nächsten Werktag kompensiert. In Deutschland scheint sich die Stimmung zu diesem Thema laut Recherchen in den letzten Jahren geändert zu haben.

Links: Sie brauchen mehr Erholung von der Arbeit

In Deutschland fallen 2022 zwei der gesetzlichen Feiertage mit einem bestimmten Datum auf einen Sonntag: der 1. Mai und der 25. Dezember. Der 1. Januar war ein Samstag; 3. Oktober und Boxing Day fallen auf Montag. Das neue Jahr 2023 fällt wieder auf Sonntag.

Die Linke werde bald im Parlament aktiv werden, „damit es künftig keine Feiertage mehr gibt und der gesellschaftliche Zusammenhalt im Land gestärkt wird“, sagte Jan Corte, der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Bundestagsfraktion, der Rheinischen Post in Düsseldorf. Bis dies gesetzlich geregelt ist, fordert sie „Unternehmer auf, den Arbeitnehmern einen zusätzlichen freien Tag als Ersatz und eine zeitnahe Prämie zum Corona-Bonus zu gewähren“.

Corte sagte, jeder verlorene Urlaub bedeute mehr Stress und weniger Erholung vom Arbeitsstress und der Pandemie. Der 1. Mai sei vor allem für die Beschäftigten „als Kampf- und Feiertag“ wichtig.

Grüne Arbeitsexpertin Beate Müller-Gemeke sagte der Rheinischen Post: „Für Arbeitnehmer ist es natürlich ärgerlich, wenn der Arbeitstag, der gesetzliche Feiertag am 1. Mai, auf einen Sonntag fällt.“ „Jetzt ist es an der Zeit, öffentlich darüber zu diskutieren, dass die Feiertage, die auf den Sonntag fallen, kompensiert werden können, wie es in einigen Ländern bereits der Fall ist“, sagte Müller-Gemeke.

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Nachholregelung – ja oder nein?

Eine Studie von Yougov aus dem Jahr 2021 zeigte, dass die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland bundesweite Feiertage befürworten würde, wenn diese auf ein Wochenende fallen, etwa ein Feiertag am kommenden Montag. Etwa ein Drittel der Befragten in Deutschland war gegen den Vorschlag. Fünf Jahre zuvor kam eine Studie von Yougov zu dem Schluss, dass etwas mehr als die Hälfte der Deutschen ab 18 Jahren eine Einführung dieser Nachholregelung in Deutschland für nicht sinnvoll hält.

IW-Arbeitszeitexperte Christoph Schröder argumentiert laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gegen eine solche Regelung: „Deutschland hat die kürzeste Jahresarbeitszeit in der EU und gleichzeitig zusammen mit Dänemark viele Wochenenden -Tage. Und Belgien, Luxemburg und das Vereinigte Königreich sind selbst mit den nachholenden Feiertagen nicht höher als Deutschland. Allein Spanien liegt mit 14 Feiertagen weit vorn, aber nur mit 22 Feiertagen.“ (jaw/dpa)