Veröffentlicht 29. April 2022, 10:23 Uhr
Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) fordert in einem neuen Arbeitsdokument den Ausstieg aus der konventionellen Fleischproduktion, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.
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Wird das Fleisch bis 2050 von den Ladentheken verschwinden?
Tamedia AG
Das Gottlieb Duttweiler Institut fordert dies in einem neuen Arbeitsdokument.
20 Minuten / Simon Glauser
„Die Frage ist nicht ob, sondern wann wir die konventionelle Fleischproduktion schrittweise einstellen“, schreibt die Zeitung.
Urs Jaudas
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Das Gottlieb Duttweiler Institut fordert eine Abkehr von der konventionellen Fleischproduktion.
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In einem Arbeitsdokument zum Klimawandel beschrieb das Institut die «Fleischlose Schweiz bis 2050» als wahrscheinliches Zukunftsszenario.
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GDI betont: „Der Fleischausstieg muss als Option gesehen werden.“
„Wir können uns den heutigen Fleischkonsum nicht mehr leisten, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen.“ Das schreibt das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in einem am Freitag veröffentlichten Arbeitspapier der Stiftung Mercator und der Gemeinnützigen Stiftung Schweiz.
Darin formulieren zehn Schweizer Think Tanks 20 Schlüsselideen, wie die Schweiz den Klimawandel bekämpfen kann. Zusammen sagen sie: „Die menschengemachte globale Erwärmung ist real“ und „die zentrale Herausforderung unserer Zeit“.
GDI fordert: „Deshalb müssen konkrete Szenarien zum Ausstieg aus der konventionellen Fleischproduktion entwickelt werden“ und betont: „Die Frage ist nicht ob, sondern wann wir die konventionelle Fleischproduktion verlassen.“ Ideen, wie dieser Ausstieg gelingen kann, gibt es laut GDI genug.
Kommt unser Fleisch bald aus dem Labor?
Neben pflanzenbasierten Diäten und Fleischersatz listet das Forschungsinstitut auch „Cellular Farming“ und „Precision Fermentation“ auf. Das sind Verfahren, mit denen Fleisch und andere tierische Produkte im Labor künstlich hergestellt werden können.
Diese Forschung muss gezielt gefördert werden, ebenso wie die Herstellung alternativer Proteine. GDI kritisiert: “Bestehende Subventionen für die Fleischindustrie setzen falsche Anreize.” Deshalb fordert das Forschungsinstitut eine „Aussetzung der Subventionen für die konventionelle Fleischerzeugung“.
„Pflanzenprodukte sind auf dem Vormarsch“
Wie reagiert die Migros, die selbst Sponsorin der GDI ist, auf die Anfragen? Denn Billigfleisch steht bei ihren wöchentlichen Kampagnen immer an erster Stelle, wie der Tages-Anzeiger feststellt.
Der Hauptvertreiber folge dem Trend genau, sagte Mediensprecher Patrick Schöper auf Nachfrage der Tageszeitung. „Pflanzenprodukte sind auf dem Vormarsch. „Die Nachfrage nach unseren veganen Produkten wächst stetig, weshalb wir das Sortiment stetig erweitern“, sagt er. Tatsächlich ist der Fleischkonsum in der Schweiz bereits zurückgegangen: Lag er 2010 noch bei 52,4 kg pro Kopf, sind es 2020 immer noch 47,3 kg pro Person.
Das Fleisch sei bald ein „Relikt der Zeitlosigkeit“.
Für GDI ist klar: “Konventionell erzeugtes Fleisch wird für unsere Enkel einmal das sein, was heute die Tonbandkassette für uns ist: ein aus der Zeit gefallenes Relikt.” Für das Forschungsinstitut ist es unausweichlich und beschlossene Sache, dass die Schweiz der konventionellen Fleischproduktion den Rücken kehrt.
GDI betont jedoch: „Der Verzicht auf Fleisch muss als Option gesehen werden.“ So kann die Schweiz technologisch führend in der Ernährung der Zukunft werden. “Die Schweiz muss mutig sein und effizientere Verfahren zur Prüfung und Zulassung neuartiger Lebensmittel einführen”, schlussfolgern die Forscher.
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