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Die Polizei beendet die Besetzung eines leerstehenden Hostels in Berlin-Mitte

Die Polizei hat die Besetzung eines leerstehenden Hostels in Berlin-Mitte gestoppt. Das bestätigte ein rbb-Sprecher am späten Samstagnachmittag.

Die Jugendherberge Alte Schönhauser Straße wurde gegen 10 Uhr von einer Gruppe besetzt, die sich Housing Hotels nannte.

Sechs Personen hätten sich in dem Gebäude befunden, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage des rbb. Am späten Nachmittag würden sie von den Rettungsdiensten friedlich hinausgebracht. Die Polizei nahm ihre Personalien auf. Laut einer Polizeisprecherin hat der Besitzer Strafanzeige wegen Einbruchs erstattet.

Laut Polizei versammelten sich auch mehrere Personen vor dem Haus zu einer Kundgebung mit bis zu 90 Personen. Etwa 20 Menschen hatten sich dort am späten Nachmittag friedlich versammelt.

Die Gruppe forderte, das Gebäude am Rosa-Luxemburg-Platz für Flüchtlinge zu öffnen. Demnach stehen in dem Gebäude 80 Zimmer leer. In dem Haus solle ein “anständiges und selbstverwaltetes Heim” eingerichtet werden, sagte er. Hierzu kann der Senat mit dem bisherigen Betreiber einen Nutzungsvertrag abschließen. Die Gruppe forderte zudem ein Bleiberecht und sichere Fluchtwege.

Nach Angaben der Hausbesetzer steht die Aktion im Zusammenhang mit der angekündigten Räumung eines Obdachlosenheims in der Haberzaatstraße 40-48. In einem Schreiben der Hausverwaltung an die dort lebenden Menschen hieß es zunächst, die Räume sollten für Flüchtlinge aus der Ukraine geräumt werden. Wie der Bürgermeister von Mitte, Stefan von Dassel (Bündnis 90/Grüne), am Freitag dem rbb sagte, sollen die Bewohner des Mehrfamilienhauses am Montag nicht ausziehen.

Ausstrahlung: Abendshow rbb24, 30.04.2022, 19:30 Uhr