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Entlastungspaket 2022: 300 Euro, Kinderbonus – was das Paket bringt

Deutschland Abgeltungssteuer und Bonuszahlungen

Die Bundesregierung beschließt ein Energieentlastungspaket

Bis: 17:24 | Lesezeit: 4 Minuten

Deutschland kann das Ölembargo gegen Russland angehen

Aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habek ist das Ölembargo gegen Russland „überschaubar“ geworden. Deutschland nähere sich der Unabhängigkeit von russischen Ölimporten, sagte Habek in Warschau nach Gesprächen mit der polnischen Klimaministerin Anna Moskva.

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Das Kabinett hofft, dass das Hilfspaket die steigenden Preise mildern wird. Es beinhaltet neben der Senkung der Mineralölsteuer auch einen Kinderfreibetrag für alle Mitarbeiter. Der Bund will den Ländern nun zusätzlich 2,5 Milliarden Euro für die Monatskarte von 9 Euro geben.

Wegen stark gestiegener Energiepreise hat das Bundeskabinett ein milliardenschweres Leistungspaket für die Bürgerinnen und Bürger beschlossen. Unter anderem wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe befristet auf drei Monate gesenkt. Lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmer erhalten pauschal 300 € brutto zum Ausgleich hoher Energiekosten.

Zug- und Autofahrer werden ebenso profitieren wie fast alle Arbeitnehmer. Allerdings ist umstritten, ob die Hilfen auch nur annähernd zu einer Lockerung der explodierenden Preise führen könnten. Dies wird letztlich vom Verlauf des Krieges abhängen – und der eventuellen Einstellung der russischen Gaslieferungen.

Auf das Paket einigten sich die Spitzen der Koalition aus SDP, Grünen und FDP Ende März, als klar wurde, welche Auswirkungen der russische Krieg in der Ukraine auf Tankstellenpreise, Heizpreise und Supermärkte in Deutschland haben würde. Bereits im Februar wurde unter anderem beschlossen, die EEG-Umlage auf der Stromrechnung ab Juli abzuschaffen – der Bundestag muss an diesem Donnerstag eine endgültige Entscheidung treffen. Was ist im zweiten Hilfspaket:

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Niedrigere Kraftstoffsteuern

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind die Benzinpreise in diesem Land in die Höhe geschossen – teilweise um zweistellige Cent pro Liter und Tag. Den Höhepunkt erreichte der Super E10 laut ADAC am 14. März mit einem bundesweiten Tagesdurchschnittspreis von 2.203 Euro – gut 45 Cent mehr als am Tag vor Kriegsausbruch. Diesel war am 10. März mit 2.321 Euro pro Liter am teuersten – ein Plus von fast 66 Cent gegenüber dem Vorkriegsniveau.

Die Ampelkoalition hat daher beschlossen, die Energiesteuern auf Kraftstoffe um drei Monate – von Anfang Juni bis Ende August – zu senken, soweit die EU-Richtlinien dies zulassen. Wir hoffen, dass die Unternehmen dies an ihre Kunden weitergeben. Nach Angaben des Finanzministeriums wurde der Steuersatz für Benzin um 29,55 Cent pro Liter und für Diesel um 14,04 Cent gesenkt.

Die Kürzung ist umstritten, da die Spritpreise inzwischen stark gesunken sind. Der E10 kostete laut ADAC am Dienstag 1.954 Euro pro Liter, der Diesel 2.019 Euro.

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9 Euro Monatskarte für den Nah- und Regionalverkehr

Um Subventionen für fossile Energieträger zu kompensieren – etwa durch billigeren Kraftstoff – will die Bundesregierung den öffentlichen Nahverkehr günstiger machen. Nicht nur Autofahrer, sondern auch Lokführer sollen davon profitieren. Von Juni bis Ende August sollen Fahrgäste für 9 Euro im Monat im Nah- und Regionalverkehr quer durchs Land reisen können – und damit deutlich günstiger als mit regulären Monatskarten.

Das Kabinett hat eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes beschlossen – dies ist die Grundlage für die Mittel, die der Bund den Ländern jährlich zur Finanzierung des SPNV zur Verfügung stellt.

Der Bund will den Ländern nun zusätzlich 2,5 Milliarden Euro für die Monatskarte von 9 Euro geben. Den Ländern reicht das aber nicht, sie wollen deutlich mehr Geld, um die stark gestiegenen Energie-, Bau- und ÖPNV-Kosten kompensieren zu können. Deshalb kann man das Projekt im Bundesrat vorerst scheitern lassen.

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Der Energiepreis ist auf 300 Euro festgelegt

Lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmer erhalten pauschal 300 € brutto zum Ausgleich hoher Energiekosten. Das Geld wird vom Arbeitgeber als Lohnzuschuss gezahlt, für Selbstständige wird die Steuervorauszahlung gekürzt. Die 300 Euro unterliegen dann der Einkommensteuer. Dadurch erhalten Bürger mit einem hohen Steuersatz weniger, und diejenigen, die unter dem Grundsteuersatz bleiben, profitieren von der vollen Summe.

Dass Rentner bei der Zahlungsweise leer ausgehen sollen, ist fraglich. Sozialverbände kritisieren, dass Senioren mit kleinen Renten auf Geld angewiesen sind. Die Ampelparteien verweisen auf die anstehende Rentenerhöhung. Fraglich ist auch, ob die 300 Euro ausreichen werden, um die durch die gestiegenen Preise verursachten Mehrkosten etwa für die Heizung zu kompensieren.

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Bonus für Familien mit Kindern und Empfänger von Sozialleistungen

Familien sollen besonders entlastet werden – deshalb wird der Kinderfreibetrag einmalig um 100 Euro pro Kind erhöht. Der Bonus soll im Sommer aufs Konto kommen und automatisch aus der Familienkasse ausgezahlt werden, daher ist eine Beantragung in der Regel nicht notwendig.

Jeder Sozialhilfeempfänger muss zusätzlich zu dem bereits beschlossenen Zuschuss von 100 Euro eine Einmalzahlung von 100 Euro erhalten.

Staatsausgaben

Für das Hilfspaket muss Finanzminister Christian Lindner (FDP) die dem Bundestag bereits vorgelegten Haushaltspläne aktualisieren. In einem Zusatzhaushalt plant er weitere Schulden in Höhe von fast 40 Milliarden Euro ein – darin sind aber Wirtschaftshilfen, Verlängerung kostenloser Kronentests und andere Maßnahmen enthalten.

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Allein der Festpreis für Energie kostet den Staat dem Projekt zufolge rund 10,4 Milliarden Euro. Obwohl sich die Zahlungen auf 13,8 Milliarden Euro belaufen, nimmt der Staat weitere 3,4 Milliarden an Lohn- und Einkommensteuern und Solidaritätszuschlag ein. Knapp 9 Milliarden Euro soll der Kinderbonus in diesem Jahr kosten. Dies wird auch in den kommenden Jahren zu etwas mehr Steuereinnahmen führen. Durch die vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer entgehen dem Bund laut Finanzministerium rund 3,15 Milliarden Euro an Steuereinnahmen.

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