Nach zweijähriger Corona-Pause heißt es auf der diesjährigen Münchner Theresienwiese wieder „Ozapft is!“. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte heute, dass das Oktoberfest bedingungslos und ohne Einschränkungen stattfinden kann. Der PSD-Politiker hat in einer Erklärung zweimal betont, dass er sich die Entscheidung nicht erleichtert habe. Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Ivanger (FW) begrüßten die Entscheidung.
Vereinbarung mit dem Gesundheitsminister Lauterbach
Auch wenn Reiter selbst der Meinung war, Zugangsbeschränkungen seien besser, dafür gibt es weder für die Bundesregierung noch für den Freistaat einen Grund. Darüber habe er auch mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gesprochen, sagte Reuters auf einer Pressekonferenz im Münchner Rathaus.
Holechek: Bereiten Sie sich auf eine mögliche Kronenwelle im Herbst vor
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holeccek (CSU) bewertete die Entscheidung angesichts der aktuellen Coronavirus-Lage als vernünftig. „Es gibt gute Gründe, das Oktoberfest in diesem Jahr wieder stattfinden zu lassen“, sagte er. „Dazu gehört auch die fortschreitende Entwicklung der Corona-Pandemie.“
Allerdings warnte Holecek, dass eine solche Großveranstaltung mit Gästen aus vielen Ländern natürlich Ansteckungsrisiken berge. „Deshalb ist es wichtig, sich intensiv auf den Herbst und eine mögliche neue Kronenwelle vorzubereiten“, sagte er.
„Gutes Signal“ und „Die richtige Entscheidung“
Bayerns Ministerpräsident Marcus Söder begrüßte Reiters Entscheidung. „Ein gutes Signal, gerade in schwierigen Zeiten“, schrieb der HSS-Politiker am Freitag auf Twitter. „Ich werde gerne hingehen und mich auf die erste Liturgie freuen.
Wirtschaftsminister Hubert Ivanger (Freie Wähler) sagte: „Das ist die richtige Entscheidung. Wir brauchen wieder Gelegenheiten, gemeinsam zu feiern.“ Das Festival sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor nicht nur für München, sondern für ganz Bayern, sagte der stellvertretende Ministerpräsident in einer Erklärung.
Wiesnwirt-Sprecher: „Meine Gefühle sind nicht in Worte zu fassen.“
Auch Wiesnwirt-Pressesprecher Peter Inselkamer zeigte sich über Reiters Entscheidung hocherfreut und bewegt. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er: „Meine Gefühle lassen sich nicht in Worte fassen.“
Massenbier wird wohl teurer werden
Über den Preis konnten sich die Kneipen noch nicht äußern, die Inselkammer sagte, man werde später darüber sprechen. Nach zweijähriger Wiesn-Pause müssen sich die Gäste allerdings auch inflationsbedingt auf höhere Preise einstellen, sagte Inselkamer dem BR.
Sprecherin des Schaustellers: „Ich kann vor Freude weinen“
Eine Sprecherin des Schaustellers, Yvonne Hackel, sagte dem BR, sie sei nach der OB-Pressekonferenz schweißgebadet gewesen. „Ich kann vor Freude weinen“, sagte Hackle nach der Entscheidung.
Aus „Team Achtung“ wurde „Team Volksfest-Hopping“
Reiter (SPD) nahm die Zusage des Oktoberfests 2022 auch zum Anlass, sich mit Marcus Söder (CSU) und anderen Politikern und Funktionären auseinanderzusetzen, die sich in den vergangenen Wochen für das Oktoberfest eingesetzt haben. „Man kann – wie in Bayern geschehen – auch die Aufmerksamkeit der Mannschaft auflösen und daraus eine Volksfest-Hopping-Mannschaft machen“, sagte er am Freitag.
Applaus in Bierzelten und auf Social Media ist natürlich garantiert, „wenn man Versprechungen macht, für die man nicht haftet.“
Söder und Ivanger machten Druck
In den letzten Tagen ist der Druck, das größte Folklorefestival der Welt zuzulassen, enorm gewachsen. Am Montag bekräftigte Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) das „Ja“ der Wiesn zum sogenannten „GastroFrühling“. Söder betonte mehrfach: Ohne Oktoberfest wäre das nicht gut für Bayern und München.
Wirtschaftsminister Hubert Ivanger (FW) sagte am Dienstag schnell Ja zu Reiter. Und vergangene Woche sagte Wiesn-Chef Clemens Baumgartner (CSU) am Rande des Münchner Frühlingsfestes, er sei “absolut sicher”, dass das Oktoberfest 2022 stattfinden werde. “Es gibt keinen triftigen Grund, das Oktoberfest nicht durchzuführen”, sagte Baumgartner. .
Reiter hingegen zögerte lange – auch als am Freitag bekannt wurde, dass das Oktoberfest ohne Zugangsbeschränkungen stattfinden werde. Er habe sich die Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht – im Gegensatz zu manch anderen, die ihm regelmäßig wochenlang ungefragt ihre Meinung kundgetan hätten, neckte er.
Frühlingsfest-Shows: Die Menschen wollen wieder feiern
Dass die Menschen nach langer Corona-Pause wieder feiern wollen, zeigt derzeit das Münchner Frühlingsfest. Schaustellersprecherin Yvonne Haeckle sagte nach dem Wochenende dem BR, dass es in der Geschichte des Frühlingsfestes noch nie einen solchen Schub gegeben habe. Auch in Augsburg war der Osterplärrer ein voller Erfolg.
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