Am 23. Juni 2022 um 12:03 Uhr
Tausende Menschenmassen an Checkpoints: Der Flughafen Düsseldorf platzt aus allen Nähten
Der Düsseldorfer Flughafen platzt aus allen Nähten
Düsseldorf Die Lage am Düsseldorfer Flughafen spitzte sich zwei Tage vor dem letzten Schultag zu. Am Mittwochabend versammelten sich Menschenmassen vor den Checkpoints. Verdi-Sekretär Yozai Tarim spricht von einem “Tiefpunkt”.
Menschen drängen sich in der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens am frühen Mittwochabend. Tausende drängen sich vor Luftsicherheitsposten. Die Bundespolizei versucht dort, die aufgebrachten Passagiere zu beruhigen.
29 Bilder Chaos am Flughafen Düsseldorf – ein Rückblick auf die letzten Jahre
Foto: dpa / Henning Kaiser
Die Leute schreien und schreien. Und es gibt Applaus, wenn das Heck nur noch wenige Zentimeter vorn ist. Gegen 19:15 Uhr empörten sich einige wütende Passagiere. Die Bundespolizei muss eingreifen. Nach kurzer Zeit beruhigt sich die Stimmung wieder. Viele Passagiere haben Angst, ihren Flug zu verpassen.
Ein Passagier, der um 18.50 Uhr nach Berlin fliegen sollte, teilte unserer Redaktion mit, dass er Schwierigkeiten hatte, den Checkpoint rechtzeitig zu passieren. Aber auch das nützte ihm nicht viel. Sein Eurowings-Flug wurde in der Nacht zum Mittwoch zweimal verschoben – und schließlich ganz gestrichen. „Was für eine große Katastrophe“, sagte der genervte verhinderte Fahrgast.
Leitfaden für Sicherheitskontrollen am Flughafen
„Das ist die schlimmste Situation, die ich hier seit Jahren je gesehen habe. Ein neuer Tiefpunkt, ein absolutes Desaster“, sagte Verdi-Sekretär und Flughafen-Experte Yozai Tarim. „Ich habe kurz vor den Ferien nicht mit so vielen Menschen gerechnet. Schlimmer kann es nicht werden“, sagte er. Zwei Tage vor dem letzten Schultag in Nordrhein-Westfalen spitzte sich die Lage am Flughafen Düsseldorf zu.
Den Grund dafür sehen der Flughafen und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Personalmangel bei der zuständigen Sicherheitsfirma. Teilweise fehlen bis zu 100 Schichtleiter, kritisieren sie. Passagiere an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn müssen sich laut Experten angesichts des bevorstehenden ersten Feiertagswochenendes auf die größten Probleme einstellen.
Kurz vor dem Feiertag kündigte die Bundespolizei am Mittwoch Verstärkung für Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen an. Es sei ein zweiter Dienstleister gefunden worden, der ebenfalls drei Kontrollspuren übernehmen werde, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Verdi fordert die Kontrolleure nun auf, sogenannte Stauzettel zu schreiben. „Dieses Missmanagement sollte nicht länger auf dem Rücken der Kontrollbeamten geschehen“, sagte Tarim.
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