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Ginseng: Positive Wirkung auf die Selbstreparatur des Körpers | NDR.de – Wegweiser

Stand: 01.07.2022 12:30 Uhr

Ginseng kann die Selbstreparatur des Körpers fördern. Es wird als Heilmittel bei Allergien, Entzündungen und Krebs eingesetzt. Wie wirken Ginsengwurzelextrakt Kapseln und Tees?

Die Ginsengwurzel ist seit über 2.000 Jahren eines der wichtigsten Arzneimittel in der traditionellen asiatischen Medizin. Ginseng wirkt nicht direkt gegen Krankheiten, sondern zielt darauf ab, die körpereigenen Kräfte zur Selbstheilung zu mobilisieren.

Ginseng als Medizin: Getrockneter Wurzelextrakt

Ginsenoside gehören zu den gesündesten sekundären Pflanzenstoffen. Sie kommen vor allem in den kleinen Sekundär- und Wurzelhaaren vor. Während Ginseng in Asien auch als stärkende Suppe konsumiert wird, gilt er hier als Arzneimittel. Der wirksame Extrakt wird aus gewaschenen und anschließend getrockneten Ginsengwurzeln hergestellt, da frischer Ginseng innerhalb weniger Tage verschimmelt.

Medizinische Wirkung von Ginseng

Der Ginsengwurzel werden verschiedene Wirkungen zugeschrieben:

  • Atemwegserkrankungen: Kanadische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Ginseng Erkältungen tatsächlich verkürzt und mildert sowie Asthma- und Heuschnupfensymptome lindert.
  • Krebstherapien: Amerikanische Studien zeigen, dass Ginseng Krebspatienten helfen kann, ihre Therapien besser zu bewältigen. Ginseng lindert Ihre Bleimüdigkeit (Müdigkeitssyndrom) und regt die Produktion von Glückshormonen an, die das Wohlbefinden steigern.
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen: Ginsenoside wirken antibakteriell und antiviral. Enthalten Ginseng-Präparate mindestens 1,5 Prozent Ginsenoside, können sie chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Rheuma deutlich lindern.
  • Konzentration: Ginsenoside regen die Gehirnzellen an, mehr Zucker aufzunehmen und können so zu besserer Konzentration und komplexerem Denken beitragen.

Dass Ginseng die Potenz bei Männern steigern kann, ist ebenso wenig belegt wie seine Wirksamkeit bei weiblichen Wechseljahresbeschwerden oder seine lebensverlängernde Wirkung.

Ginseng-Produkte: Kapseln sind wirksamer als Tee

Wirksame Extrakte sind meist in Kapselform erhältlich. Tinkturen, Tees, Shampoos und Kosmetika sind dagegen eher Wellnessprodukte.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Einnahme

Ginseng-Produkte sollten nicht länger als drei Monate eingenommen werden. Die Dosis sollte ein bis zwei Gramm Extrakt pro Tag nicht überschreiten. Mögliche Folgen einer Überdosierung:

  • hoher Blutdruck
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfall

Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sollten vor der Einnahme von Ginsengpräparaten ihren Arzt konsultieren. Und wer blutverdünnende Medikamente einnimmt, sollte keine Ginsengextrakte verwenden, da Ginsenoside die Blutgerinnung verändern.

Anbau und Ernte von Ginseng

Die Kultivierung der Waldpflanze erfordert viel Geduld: Ginseng wächst im Schatten, muss richtig bewässert und sechs Jahre lang gereift werden, bis die Wirkstoffe, sogenannte Ginsenoside, in ausreichender Konzentration vorhanden sind. Im Herbst wird die Ginsengwurzel geerntet, nachdem der oberirdische Teil der Pflanze abgestorben ist.

Fachexperten

Fachärztin für Innere Medizin, Anthroposophische Medizin, Naturheilverfahren, Diplomierte Heilpädagogin am Medizinicum Hamburg (Othmarschen) Waitzstraße 5, 22607 Hamburg (040) 89 38 40 www.medizinicum.de

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