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Klimastiftung MV Beendigungsvereinbarung NDR.de – Nachrichten

Stand: 17.05.2022 18:40

Der Vorstand der umstrittenen MV-Stiftung für Klimaschutz und Umwelt unter der Leitung des ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Celering ist nach der Schließung der Stiftung zurückgetreten. Das teilten Celering und Ministerpräsidentin Manuela Schwezig (SPD) mit. Dies sollte den Weg für die Auflösung der Basis ebnen.

Schweizig sagte, Landesregierung und Landtag hätten beschlossen, die Stiftung aufzulösen – “auch wenn es rechtlich nicht einfach ist”, erklärte sie am Dienstag bei einer Sonderpressekonferenz in Schwerin. Dieser Plan muss beibehalten werden. Zuletzt gab es jedoch Probleme bei der Auflösung, da sich der Vorstand um Sellering unter Berufung auf rechtliche Schwierigkeiten weigerte, die Stiftung aufzulösen. Sellering hatte sogar ein eigenes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.

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„Wir haben gemeinsam einen Weg gefunden“

Nun gaben Schweizig und Celering bekannt, dass sie einen Weg gefunden haben, die Verwirrung aufzuklären. „Über die rechtlichen Möglichkeiten sind wir noch unterschiedlicher Meinung, aber wir haben gemeinsam einen Weg gefunden“, sagt Schweizig. Der Beschluss lautet wie folgt: “Der Vorstand hat sich bereit erklärt, nach Beendigung der Stiftungstätigkeit zurückzutreten.” Ziel ist es, die Basis bis Ende September zu wickeln. Die Öffentlichkeit muss transparent über die Zwischenschritte des Verfahrens informiert werden. Danach erfolgt laut Schweizig eine Zertifizierung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Das derzeitige Kuratorium kann dann zurücktreten und ein Auflösungsrat kann einberufen werden, um das Verfahren zu beenden.

Klimaschutzprojekte müssen fortgeführt werden

Dies sei eine Möglichkeit, eine geordnete Auflösung der Stiftung einzuleiten, sagte Schwezig. Klimaschutzprojekte der Stiftung werden fortgesetzt. Knapp 20 Millionen Euro stecken noch in den Kassen der Stiftung, aber es gibt noch einige offene Forderungen. 99 Prozent des Geldes stammen vom russischen Gaskonzern Nord Stream 2, einer Tochtergesellschaft des staatlichen Gazprom. Das Geld soll laut Landtagsbeschluss möglichst in die Ukraine fließen. Was am Ende bleibt, ist ungewiss. Ein bestimmter Betrag kann an Nord Stream 2 zurückgezahlt werden, wenn das Unternehmen aufgrund großer Verluste Insolvenz anmeldet. Klar ist: Die Mitarbeiter der Stiftung müssen weiter für die Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LEKA) arbeiten.

Die Stiftung war von Anfang an kritisch

Der dreiköpfige Vorstand besteht aus dem ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Celering (SPD), dem ehemaligen Europaabgeordneten Werner Kuhn (CDU) und Finanzvorstand Katja Enderline. Die Stiftung steht seit ihrer Gründung im Januar 2021 in der Kritik, neben Klimaschutzprojekten auch den Bau der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 zu unterstützen und damit von der US-Regierung angedrohte Sanktionen zu vermeiden. Allerdings bekräftigte Celering am Dienstag, er bleibe bei seiner Position, dass eine Auflösung der Stiftung rechtlich nicht möglich sei. Zuvor hatte ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten die Möglichkeit einer Auflösung der Stiftung durch Vorstand und Stiftungsaufsichtsbehörde, das Justizministerium, skizziert. Ein Bericht des Kuratoriums kam jedoch zu einem anderen Ergebnis. Die Landesregierung zeigte sich jedoch optimistisch.

Gelingt die Auflösung, werden die Projekte der Klimaschutzstiftung von der Landesagentur für Energie und Klimaschutz Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Das will der Staat mit fünf Millionen Euro finanzieren.

CDU: Die Schweiz hätte die Stiftung früher auflösen sollen

In den ersten Reaktionen sprachen SPD und Linke von einer guten Lösung, der Weg zu einer transparenten Abwicklung sei frei. Die SPD lobte den Schritt, da langwierige Gerichtsverfahren zur Auflösung der Stiftung verhindert wurden. Die HDZ-Fraktion erklärte, es sei bereits viel Zeit verloren gegangen, Ministerpräsidentin Schweiz habe die Stiftung längst auflösen müssen. Auch die FDP spricht von unwürdigem Ziehen. Viele Fragen blieben offen, insbesondere wer hinter der Gründung der Stiftung steckte. Die Opposition vermutet starken russischen Einfluss.

Der Landtag will eine Untersuchungskommission zur Stiftung einsetzen

Die heutige Entscheidung beendet die Diskussion um die Stiftung nicht. Am Mittwoch beruft der Landtag den parlamentarischen Untersuchungsausschuss für die Stiftung ein. Die sogenannte jamaikanische Opposition, bestehend aus CDU, Grünen und FDP, will die Hintergründe der Stiftung aufklären. Es geht auch um Russlands Einfluss auf das Handeln der PSD-geführten Landesregierung. Irgendwann wird auch Premierministerin Schweiz vor Abgeordneten sitzen müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Hörfunk MV | Die Nachrichten 17. Mai 2022 | 14:30