Germany

Lauterbach will den Zugang zu Tests für Bürger der Krone einschränken

Bundesgesundheitsminister

Lauterbach will den Zugang zu Tests für Bürger der Krone einschränken

Bis: 21:52 Lesezeit: 3 Minuten

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Quelle: dpa / Michael Kappeler

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Krone-Herbst-Strategie erarbeitet. Er stellt sich unter anderem eine neue Teststrategie vor – sowie eine „angepasste Impfkampagne“ im September.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will den Zugang zu kostenlosen Tests für Kronenbürger deutlich einschränken. Nur Patienten mit Symptomen sollten in Frage kommen, ebenso wie andere ausgewählte Personengruppen wie Kleinkinder und Schwangere. Das geht aus dem Herbstkonzept des Ministeriums hervor, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Das hatte das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ („RND“) zuvor angekündigt. Das kostenlose Angebot für alle Bürger ist nur bis Ende Juni fixiert.

Das Dokument nennt weitere Gruppen und Anlässe für kostenlose Tests für Bürger:

  • Vorsorgeuntersuchungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern

  • Menschen mit erhöhter Kontaktbelastung, zum Beispiel vor Großveranstaltungen

  • wenn eine Kontraindikation für die Impfung besteht, wie z. B. Schwangerschaft im ersten Trimester

  • Situation mit Infektionsausbreitung im „Hot Spot“

  • Flüchtlinge aus der Ukraine

Allerdings müsse eine gut zugängliche Testinfrastruktur, auch in Apotheken, vorgehalten werden, berichtet RND. Künftig will die Bundesregierung Testzentren aber weniger Geld für einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test für Bürger bezahlen. „Die Gesamtkosten sollen um etwa die Hälfte gesenkt werden“, heißt es in einem Strategiepapier des Ministeriums. Die Prüfungsordnung muss bis Ende Juni geändert werden.

auch lesen

Die O-to-O-Regel in Corona

Je nach Verfügbarkeit will Lauterbach auch von Moderna und Biontech eine ausreichende Anzahl von Impfstoffen beziehen, die an die Omicron-Variante angepasst sind. Ab September soll eine „angepasste Impfkampagne“ gestartet werden, um die vierte Impfung „insbesondere bei der älteren Bevölkerung“ zu fördern.

Die Krone-Herbst-Strategie umfasst sieben Punkte, die Lauterbach kürzlich vorgestellt hat. Neben der neuen Verordnung zum Testen und einer neuen Impfkampagne stehen die Optimierung des Behandlungskonzepts bei Kronenkrankheit, der Schutz gefährdeter Gruppen, die bessere Erfassung der Krankenhaustagesdaten, das Schutzkonzept für Kitas und Schulen sowie die Umstellung im Fokus Infektionsschutzgesetz.

Drängen des Staates auf Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Der Druck der Länder auf die Bundesregierung, schnell eine gesetzliche Grundlage für zusätzliche Schutzanforderungen im Falle einer neuen Corona-Welle im Herbst zu schaffen, hat sich zuletzt verstärkt. Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen haben vor einer zweitägigen Konsultation der Gesundheitsminister an diesem Mittwoch gefordert, noch vor den Sommerferien eine Novelle des Infektionsschutzgesetzes einzuführen.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) wies die Anträge zurück. „Wir haben uns in der Bundesregierung auf einen durchdachten und seriösen Fahrplan geeinigt“, sagte er dem RND. “Bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz waren sich alle Ministerpräsidenten einig.”

auch lesen

Gesundheitsminister Lauterbach schlägt eine einvernehmliche Lösung vor. Sobald der Sachverständigenrat seinen Bericht zu den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie vorlege, werde die Bundesregierung „einvernehmlich und schnell zustimmen“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in der ARD.

Die Bewertung bisheriger Maßnahmen zur Begrenzung der Krone durch den Sachverständigenrat soll am 30. Juni vorliegen. Die aktuellen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes laufen am 23. September aus.