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Lufthansa: Bis zu 19 Prozent mehr – dieser Tarifvertrag ist ein fatales Signal

Meinung Es gibt eine Preis-Preis-Spirale

Bis zu 19 Prozent mehr – dieser Tarifvertrag hat fatale Signalwirkung

Bis: 17:57 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Lufthansa und Verdi einigen sich auf Bodenpersonal

Das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi haben sich am Donnerstag in den Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal der Lufthansa geeinigt. Rund 20.000 Beschäftigte erhalten eine Lohnerhöhung von mindestens 325 Euro monatlich und weitere 2,5 Prozent in drei Stufen.

Mit nur einem kurzen Warnstreik erkämpfte sich das Bodenpersonal der Lufthansa eine ernsthafte zweistellige Gehaltserhöhung. Es zeigt, dass sich Unternehmen einen langen Arbeitskampf nicht mehr leisten können. Arbeitgeber stehen mit dem Rücken zur Wand.

Das Lächeln der Lufthansa-Mitarbeiter an den Check-in-Schaltern an deutschen Flughäfen darf von etwas mehr Herz kommen als sonst. Sie dürfen sich über 14 bis 19 Prozent mehr Geld freuen, mindestens 400 oder 500 Euro mehr im Monat. Ein deutlicher Lohnsprung für die Beschäftigten in einer Branche, die derzeit darum kämpft, aus einer tiefen Rezession herauszukommen.

Ob der Ausgang der Verhandlungen mit Ver.di auch für alle Beteiligten erfolgreich ist, bleibt abzuwarten. Fliegen, kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Tag der Einigung an, werde teurer.

Dies wirkt sich nicht unbedingt positiv auf die Anzahl der Buchungen aus. Bei Geschäftsreisen geht der Trend mittlerweile weg vom Flugzeug, hin zur Bahn oder gleich zu Zoom und Teams.

Herausforderungen in Luftfahrt und Tourismus

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Der frühe Zusammenbruch der Lufthansa zeigt vor allem, wie weit die Arbeitgeber derzeit mit dem Rücken zur Wand stehen. Hohe Lohnforderungen sind angesichts des dramatischen Preisanstiegs verständlich.

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Und es ist fatal, dass sich gerade Unternehmen aus Krisenbranchen lange Arbeitskämpfe in der mit Spannung erwarteten Erholungsphase nicht leisten können. Der eintägige Warnstreik kostete die Lufthansa in der vergangenen Woche laut Finanzvorstand Remko Steenbergen 35 Millionen Euro.

Für kurzfristig gestrichene Flüge muss die Airline ihren Kunden saftige Entschädigungen zahlen; ein Streik im eigenen Unternehmen gilt rechtlich als vom Unternehmen verursachter Konkurs.

Piloten wissen bereits, wie schwach der Verhandlungspartner ist

Die Lufthansa hat unter dem jüngsten Imageschaden wohl mehr als Millionen gelitten. Die Luftfahrtindustrie und insbesondere die Passagiere erleben tagelanges Chaos in der Luft und am Boden. Eine Premium-Airline kann es sich einfach nicht leisten, weitere Kunden mit einer Reihe von Streiktagen abzuschrecken.

Die Kollegen in der Luft dürften das fette Plus am Boden mit großem Interesse zur Kenntnis genommen haben. Vor wenigen Tagen hat die Cockpit Pilots Association in einer Abstimmung den Weg für die Wiederaufnahme des Streiks frei gemacht. Flugkapitäne wissen jetzt, wie weit sie mit ihren Wünschen gehen können. Sie wissen, wie schwach Ihr Gegenüber in Verhandlungen ist.

Denn jede Frau und jeder Mann braucht es. Lufthansa braucht dringend mehr Personal. Das Unternehmen beabsichtigt, in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 10.000 Nettomitarbeiter einzustellen. Zu viele Mitarbeiter wurden während der Krise entlassen und die Ausbildung und Qualifizierung der Piloten zu lange hinausgezögert. Angesichts des vakanten Fachkräftemarktes dürfen Kandidaten mit zuversichtlichen Gehaltsvorstellungen ins Vorstellungsgespräch gehen.

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In Krisenzeiten mussten die Menschen den Gürtel enger schnallen. Heute werden einige zusätzliche Löcher gebohrt. Die Signalwirkung von Tarifabschlüssen im hohen zweistelligen Bereich ist absehbar. Sie werden auf andere Sektoren ausstrahlen und auch dort zu hohen Abschlüssen führen.

Die schreckliche Lohn- und Preisspirale ist längst Realität. Hochlohnabkommen werden die Preise in die Höhe treiben und die Inflation weiter anheizen, was wiederum zu höheren Lohnforderungen führen wird. Fliegen wird nicht nur deutlich teurer.

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