Marder für die Ukraine verfügbar? Das Innenblatt der Bundeswehr machte Lambrecht dafür verantwortlich
21. Mai 2022, 20:30 Uhr
Laut Verteidigungsminister Lambrecht gibt es keine Marder-Panzer, die in die Ukraine geliefert werden können. Ein bundeswehrinternes Dokument soll diese Behauptung widerlegen.
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sieht sich im Streit um Panzerlieferungen an die Ukraine mit neuen Anklagen konfrontiert, die möglicherweise von der Bundesregierung verzögert wurden. Die „Bild“-Zeitung berichtet über ein vertrauliches Dokument des Verteidigungsministeriums, das der offiziellen Version des Ministers widerspricht. Lambrechts Haus reagierte auf einen Befehl aus Kiew, dass alle 343 Schützenpanzer Marder von der Bundeswehr selbst benötigt würden.
Laut dem Bericht heißt es in dem internen Dokument, dass die Bundeswehr über 62 Kuna verfügt, die nicht mehr verwendet werden. Die Zeitung zitierte das Dokument von Mitte Mai: „Davon konnten 32 Fahrzeuge notfalls repariert und anschließend wiederverwendet werden.“ Die anderen 30 Kuna seien daher „nur für Ersatzteile geeignet“.
Dem Dokument zufolge kann die Reparatur durch die Bundeswehr einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Zeitraum liegt zwischen neun und zwölf Monaten. Die Bild-Zeitung vermutet, dass der Prozess schneller abgeschlossen werden könnte, wenn die Rüstungsindustrie involviert ist. Die Ukraine forderte Anfang März Marder-Panzer an.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hält auch gebrauchte Marder-Panzer bereit, die zur Wiederverwendung repariert werden können. „Wir haben vor vier Wochen angefangen, obwohl es noch keinen konkreten Auftrag gibt. Wir tun es also auf eigene Gefahr“, sagte CEO Armin am 10. Er sagte dann, dass Lieferungen in den nächsten drei Wochen erfolgen könnten, aber nicht nur die Ukraine an Panzern interessiert sei.
Der Gepard kommt im Juli
Im Fall der ausrangierten Bundeswehr-Panzer gelang es dem Verteidigungsministerium zumindest, positive Schlagzeilen zu machen. Im Juli erhält die Ukraine die ersten 15 Gepard-Flugabwehrgeschütze aus den Beständen der deutschen Industrie. Das Paket umfasst auch die Unterstützung der Bundeswehrausbildung, die Bereitstellung von fast 60.000 Schuss Munition und die Lieferung von 15 weiteren Panzern über den Sommer.
Nach einem Ringen um die Versorgung mit schweren Waffen erhielt der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann von der Bundesregierung politisches grünes Licht, die technisch aufgerüsteten Flugabwehrpanzer aus den Beständen der ehemaligen Bundeswehr zu verkaufen. Krauss-Maffei Wegmann hat eine durchschnittlich zweistellige Zahl aus der aufgelösten Heeresflugabwehr der Bundeswehr – wir sprechen von insgesamt 50. Der Gepard kann auch im Kampf gegen Bodenziele eingesetzt werden.
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