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Ministerempfang in Kiew: Selenskyj erwartet Hilfe von den USA für mehr deutsche Waffen

Beim Ministerempfang in Kiew erwartet Selenskyj Hilfe von den USA für mehr deutsche Waffen

23.04.2022 23:26 Uhr

Am Sonntag erwartet der ukrainische Präsident Selenskyj den Besuch von US-Außenminister Blinken und US-Verteidigungsminister Austin in Kiew. Er erhofft sich von dem Gespräch, dass beide mehr Druck auf Deutschland ausüben werden, das benötigte schwere Militärgerät zu liefern.

Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj hofft auf US-Unterstützung für Rüstungslieferungen aus Deutschland. „Damit sie (Deutschland) anfangen können, das zu liefern, was sie haben und was sie nicht verwenden“, sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz in einer U-Bahn-Station in Kiew.

Daran erinnert er in jedem Gespräch mit deutschen Vertretern. Der Krieg sei in der Ukraine und “Sie haben, was Sie im Moment nicht brauchen, und wir brauchen viel”, betonte der Staatschef. Besucher sind derzeit herzlich willkommen, aber keine Selfies. “Du kannst heute nicht mit leeren Händen zu uns kommen. Wir warten nicht nur auf Geschenke oder Kuchen. Wir erwarten konkrete Dinge und konkrete Waffen.”

Aufgrund des zweimonatigen Angriffskriegs Russlands drängt Kiew auf die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland. Genau zwei Monate nach Kriegsbeginn Russlands gegen die Ukraine werden am Sonntag US-Außenminister Anthony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zu einem Besuch in Kiew erwartet. Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj hat angekündigt, die beiden US-Minister am nächsten Tag in der Hauptstadt zu empfangen. Dies ist der erste offizielle Besuch von US-Beamten in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar.

Die USA liefern erneut Waffen im Wert von 800 Millionen Dollar

Die Verhandlungen mit Blinken und Austin werden sich um die Lieferung von Waffen aus den Vereinigten Staaten an die ukrainischen Streitkräfte drehen, sagte Selenskyj. US-Präsident Joe Biden versprach am Donnerstag weitere Waffenlieferungen im Wert von 800 Millionen Dollar (rund 740 Millionen Euro) an die Ukraine. Er sagte, es seien Drohnen, Artillerie, Dutzende von Haubitzen und 144.000 Haubitzen enthalten.

Die US-Regierung hat zuvor ein erstes Militärhilfepaket in Höhe von 800 Millionen US-Dollar für die Ukraine aufgelegt. Dieses Paket umfasste Artilleriesysteme, Artilleriemunition, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber und mehr. Selenski sei „dankbar“ für diese Hilfe aus den USA. Er sagte aber auch, die Ukraine wünsche sich „noch schwerere und mächtigere Waffen“. Selenskyj drückte auch die Hoffnung aus, dass Präsident Biden auch die Ukraine besuchen werde, wenn die Sicherheitslage dies zulasse.

Gleichzeitig kritisierte der ukrainische Staatschef, dass UN-Generalsekretär Antonio Guterres kommende Woche zunächst nach Moskau und dann erst nach Kiew reisen wolle. „Es ist einfach falsch“, sagte Guterres, zuerst nach Russland zu gehen. Es gebe keinen “Mangel an Gerechtigkeit und Logik” in der Abfolge der Besuche. Guterres will sich am Dienstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow treffen. Anschließend will er zu Gesprächen mit Selenski und Außenminister Dmitri Kuleba nach Kiew reisen.

Der ukrainische Präsident forderte Putin außerdem auf, sich erneut mit ihm zu treffen, “um den Krieg zu beenden”. Er habe “keine Angst”, sich mit dem russischen Staatschef zu treffen, wenn dies zu einem Friedensschluss führe. Selenskyj wiederholte jedoch seine Warnung, dass die Ukraine die Gespräche mit Russland aussetzen würde, falls ukrainische Truppen, die in der belagerten Hafenstadt Mariupol festgehalten würden, von der russischen Armee getötet würden.