– Plötzlich fehlen 140 Millionen für den Ausbau der Glattalbahn
Der Bundesrat zögert derzeit, das Bahnprojekt mitzufinanzieren. Der Entscheid kam für den Regierungsrat des Kantons Zürich völlig überraschend.
Gepostet: 10.06.2022, 16:27
Ohne Unterstützung des Bundes: Der geplante Ausbau der Glattalbahn in Kloten mit dem neuen Viadukt, entlang dessen Stadtbahn, Velos und Fussgänger die Flughafenautobahn überqueren werden.
Visualisierung: PD / Architron GmbH
Der Zürcher Regierungsrat ist klar: Die Verlängerung der Glattalbahn nach Kloten ist für das Flughafenareal und den ganzen Kanton von grosser Bedeutung. Da das Verkehrssystem dort an seine Grenzen stößt, ist eine schnelle Umsetzung des Projekts unerlässlich. Bau- und Wirtschaftsdirektion haben deshalb in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Entsetzen auf den am Freitag bekannt gewordenen Berner Entscheid reagiert: Der Bundesrat will den Bahnausbau im Rahmen seines nächsten Agglomerationsprogramms nicht mitfinanzieren.
Das kommt unerwartet, denn der Bundesrat hat grünes Licht für den Ausbau der Glattalbahn gegeben und im April die Infrastrukturkonzession erteilt. Also sah alles gut aus. Zudem floss das Geld aus Bern immer zuverlässig für frühere Grossprojekte in Zürich, die ebenso ausgereift waren – sei es für die früheren Etappen der Glattalbahn oder für das Tram über der Hardbrücke in Zürich.
Doch nun hat der Bund das Fördergesuch für den Ausbau der Bahnstrecke nach Kloten auf Priorität B gesenkt, was laut Zürcher Regierung den Baubeginn um mindestens zwei Jahre verzögern wird – wenn es so bleibt. Im Rahmen des laufenden Vernehmlassungsverfahrens will sich der Kanton Zürich für die Aufhebung des Entscheids einsetzen.
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