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„So viel Gas sparen wie möglich“: Die Netzagentur will den Heizwärmebedarf für Vermieter senken

„So viel Gas sparen wie möglich“ Die Netzagentur will den Heizwärmebedarf für Vermieter senken

16. Juni 2022, 4:39 Uhr

Die Verknappung der Gasvorräte wird weiter zu höheren Preisen führen und viele Kunden werden voraussichtlich erhebliche Nachzahlungen leisten müssen. Aber auch Verbraucherschützer beobachten die Auswirkungen des freien Weges bei den Anbietern. Um Erschütterungen zu vermeiden, schlägt der Chef der Netzagentur vor, die Mindesttemperatur in den Mietwohnungen zu senken.

Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller will den Druck auf private Haushalte und Unternehmen erhöhen, Gas zu sparen. „Im Mietrecht gibt es Vorgaben, wonach der Vermieter die Heizungsanlage während der Heizperiode so einstellen muss, dass eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius erreicht wird. Das Land darf die Heizvorgaben von Vermietern vorübergehend reduzieren. Darüber diskutieren wir mit der Politik“, sagte Müller der „Rheinischen Post“.

Es ist wichtig, so viel Benzin wie möglich zu sparen, um den nächsten Winter zu überstehen. Unternehmen sollen mit Prämien zum Gassparen animiert werden: „Wir wollen Mechanismen schaffen, um Unternehmen, die freiwillig auf Gasquoten verzichten, mit einer Prämie zu belohnen. “Es ist immer besser, Anpassungen über Preise vorzunehmen als über Vorgaben der Dirigenten”, sagte Müller.

Der Leiter der Netzagentur rechnet mit weiter steigenden Gaspreisen und erheblichen Nachzahlungen: „Die Gaspreise für private Haushalte sind im Vergleich zur Vorkriegszeit bereits um ein Vielfaches gestiegen. Mieter können unangenehm überrascht werden, wenn hohe Nachzahlungen fällig werden. Das könnte schnell mehr als tausend Euro erreichen, Schockwellen werden durch das Land gehen. Banken werden ihr Geschäft mit Ratenkrediten starten, kranken Unternehmen droht die Pleite.“

Die Preise haben sich teilweise verdoppelt

Nach Informationen von Verbraucherverbänden und dem Mieterbund geben Energieversorger bereits stark gestiegene Kosten an die Verbraucher weiter. „Viele Kunden erleben derzeit massive Preissteigerungen bei Öl, Gas und Strom“, sagte Melanie Weber-Moritz, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ob Rabatte oder Tarife – eine Welle von Preiserhöhungen kommt auf die Haushalte zu, sagte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch die Stadtwerke haben die Gaspreise um 100 Prozent und mehr erhöht.

„Wir glauben, dass viele Anbieter Freerd-Effekte erzielen“, sagte Seaverding. Er forderte die Kartellbehörden auf, Versorgungsunternehmen zu untersuchen, „um Signale an die Industrie zu senden, um eine moderate Preiserhöhung aufrechtzuerhalten“. Zudem müsse die Politik weitere Entlastungen einleiten.

Auch der Mieterbund forderte zusätzliche Hilfe von der Politik. „Statt Einmalzahlungen brauchen wir zumindest in der Energiekrise eine kontinuierliche Heizkostenentlastung“, sagte Weber-Moritz. „Außerdem muss sichergestellt werden, dass Mieter nicht gekündigt werden können, wenn sie ihre hohe Nachzahlung nicht innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung zahlen können.“ Auch Vermieter sieht der Mieterbund in der Pflicht: Aufgrund des Wirtschaftlichkeitsprinzips sind sie verpflichtet, Vergleichsangebote einzuholen, also den günstigsten Gas- oder Heizölanbieter zu suchen.