Germany

Streit um Zulassung: Hausboot oder Partyboot?

Das eckige, elektrisch betriebene Schiff sieht nicht aus wie ein klassisches Boot. Aber es ist so ausgestattet. Günter Salzmann, Betreiber des gleichnamigen Yachthafens von Rohrspitz, wollte das Boot als Partyboot anmelden und als solches vermieten, sagt er. Zum Beispiel für Ausflügler, die für besondere Anlässe oder Badeausflüge ein Boot mieten möchten.

“Starke Heimkomponenten”

Die BH Bregenz verweigerte dem Fahrzeug jedoch die Zulassung. Die Begründung von BH: Es ist ein „Hausboot“ – und die dürfen nicht auf den Bodensee. Nach der Bodensee-Schifffahrtsordnung gelten Boote, die überwiegend dem Wohnen dienen, als Hausboote und sind nicht zugelassen.

Das Boot habe eine Deckenhöhe von 2,75 Metern und ein Volumen von über 100 Kubikmetern, sagt Rainer Honsig-Erlenburg von der BH Bregenz. „Es hat bodentiefe Fenster. Es verfügt über eine begehbare Dach- bzw. Dachterrasse mit Jacuzzi und hat auch “starke wohnliche Komponenten” wie Küche und Bad. Deshalb kam BH laut Honsig-Erlenburg zu dem Schluss, dass es sich um ein Hausboot handelte.

Fotoserie von 7 Fotos

Yachten mit mehreren Schlafplätzen

Gunther Salzmann kann die Entscheidung von BH nicht nachvollziehen. Das Boot hat nicht einmal ein Bett, sie haben es nicht gemacht, also fällt es nicht in die Kategorie “Hausboot”. Er vermutet, dass die Form das Boot wie eine Hütte aussehen lässt. “Ob das Boot quadratisch ist oder einen Bug oder ein Heck hat” – die Form seines Bootes konnte keine Rolle spielen.

Salzmann spricht von größeren Yachten auf dem Bodensee – einige davon haben mehrere Schlafzimmer, mehrere Badezimmer und eine Küche. Sein Boot hat aber den Vorteil, dass es auch für ältere Menschen besser geeignet ist, weil sie sich nicht bücken und Leitern hochsteigen müssen, um sich im Boot fortzubewegen. „Deshalb ist es quadratisch. Es spart viel und man kann viel Luxus auf weniger Platz haben.“

“Verbessern Sie die Jahreszeiten”

Die Nachfrage nach dem Boot sei groß, sagt Salzman, der sich über die Gewinnausfälle in den letzten Monaten irritiert hat, in denen das Fahrzeug nun deutlich sichtbar in seinem Hafen steht. “Ich hätte 20 Mal mieten können, wenn die Behörden ja gesagt hätten.” Sie haben mich die ganze Saison ruiniert.“ Dadurch verlor er 20 mal 2.500 Euro – das sind schon 50.000 Euro.

Berufung gegen eine Entscheidung des BH

Salzmann hat bereits eine Idee, das Fahrzeug eher wie ein Boot aussehen zu lassen. Wenn BH weiter auf ihre Meinung drängt, macht er einen Bogen aus Pappe oder Aluminium, sagt er.

Gegen die ablehnende Entscheidung von BH hat Salzmann nun Berufung eingelegt. Daher muss nun das Landesverwaltungsgericht entscheiden, wie in dieser Angelegenheit vorzugehen ist.