Blutiges Familiendrama in Agno TI
Ein Vater (49) hat seinen Sohn (22) mit einem Gewehr erschossen
Am Sonntagmorgen kam es in der Nähe der Agno TI-Station zu einer Schießerei. Ein junger Tessiner wurde am Oberschenkel getroffen und schwer verletzt ins Spital gebracht. Ärzte kämpfen derzeit um sein Leben.
Der 7. August beginnt wie viele Sonntage. Gegen 10 Uhr saß Ines Laurenti auf dem Balkon im fünften Stock, als ein plötzlicher Krach zu hören war. «Ich hatte mir gerade einen Kaffee eingeschenkt, als ich drei Schüsse hörte», sagt die Tessinerin, «sie kamen aus Richtung Bahnhof.» Laurenti schaut die Straße hinunter. Sie sieht zu, wie ein junger Mann fluchend auf die Via Aeroporto zueilt. “Er schaute immer wieder zurück, als hätte er Angst, verfolgt zu werden.”
Er legt seine linke Hand auf seine Hüfte. Dann sah er auf die Hand. Es war voller Blut“, erinnert sich der Zeuge, „ich hatte wirklich Angst“. Aber auch der Angeschossene sieht entsetzt aus. Der Mann schrie daraufhin um Hilfe und dass auf ihn geschossen worden sei.
Von der Tatwaffe keine Spur
Ein paar Meter weiter steht der Nachbar Rinaldi Caimini (72) im Garten. Er hört auch die Schreie. «Ich habe gesehen, wie der verletzte Junge sein T-Shirt ausgezogen und auf die blutende Wunde gedrückt hat», sagt der ehemalige Grenzsoldat gegenüber «Blick». „Er hat ein Auto angehalten, in dem eine Frau und drei Kinder saßen. Ich schrie sie an, den Kerl nicht mitzunehmen. Das soll die Ambulanz machen.” Der Augenzeuge sah auch einen schwarz gekleideten Rollerfahrer herankommen, das Opfer beim Namen nennen und ihn im Tessiner Dialekt ansprechen.
Rinaldo Caimini ruft die Polizei. Sie kommt ein paar Minuten später. Die Via Aeroporto wird abgesperrt. Kriminaltechniker durchsuchen den Asphalt und den Wasserkanal, der die kleine Strasse hinter dem Flughafen Lugano umgibt. Sie finden leere Patronenhülsen. Von der Tatwaffe keine Spur.
Der Vater in seiner Wohnung festgenommen
Die Identität des mutmaßlichen Täters war schnell festgestellt. Es ist der Vater des Opfers! Die Polizei nahm den 49-Jährigen in seiner Wohnung fest. Er soll seinen Sohn mit einer abgesägten Schrotflinte erschossen haben. Grund ist laut RSI ein Streit um Hehlerei. Der Mann besteht darauf, dass die Schüsse versehentlich abgefeuert wurden.
Die Tatsache, dass der Vater mehrmals abdrückte, macht seine Behauptung jedoch unglaubwürdig. Gegen ihn wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt. Unterdessen kämpfen die Ärzte des Krankenhauses um das Leben des 22-Jährigen.
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