Bis: 14.06.2022 17:26 Uhr
Es war ein Symbol der Abhängigkeit von Russland: Gazprom Germania, einst Tochter des russischen Staatskonzerns, wird heute von der Bundesnetzagentur kontrolliert. Der Bund vergibt jetzt Milliardenkredite, um eine Pleite zu verhindern.
Die Bundesregierung will den Gaskonzern Gazprom Germania mit Milliarden unterstützen, um eine Pleite zu verhindern. Nach Angaben aus Regierungskreisen liegt er zwischen neun und zehn Milliarden Euro. Damit soll die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet werden, heißt es in einer Pressemitteilung:
Um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten, wird die Bundesregierung Gazprom Germania langfristig verwahren und das an Sanktionen aus Russland gescheiterte Unternehmen mit einem Darlehen vor der Insolvenz bewahren. Mit diesem Vorgehen behält der Bund seinen Einfluss auf diesen Teil der kritischen Energieinfrastruktur und beugt einer Gefährdung der Energiesicherheit vor.
„Kaskadenwirkung des Marktes verhindern“
Anfang April übernahm der Bund über die Bundesnetzagentur die Kontrolle über die deutsche Tochtergesellschaft des russischen Staatskonzerns. Die Bundesnetzagentur ist Treuhänderin geworden. Mitte Mai verhängte Russland jedoch Sanktionen gegen Gazprom Germania und fast alle Tochtergesellschaften von Gazprom Germania, wodurch das Unternehmen nach Angaben der Bundesregierung in „finanzielle Schwierigkeiten“ geriet.
Mit einem Kredit der KfW müsse nun eine Insolvenz verhindert werden, “um eine Kaskadenwirkung auf den Markt zu verhindern”, so die Bundesregierung. „Das Geld dient der Bereitstellung von Liquidität und der Lieferung von Ersatzgas. Damit ist sichergestellt, dass das Darlehen nur für den Geschäftsbetrieb der Gazprom Germania GmbH und zur Aufrechterhaltung der Gasversorgung verwendet werden kann und nicht nach Russland fließen kann.“
“Energieversorgung in Deutschland und Europa sichern”
Zudem soll das Unternehmen in „Providing Energy for Europe“ umbenannt werden. „Damit wird auch ein klares Signal an den Markt gesendet, dass die getroffenen Maßnahmen auf die Sicherung der Energieversorgung in Deutschland und Europa abzielen“, so die Bundesregierung.
Gazprom Deutschland besitzt bedeutende Unternehmen der deutschen Gaswirtschaft. Dazu gehören der Großhändler Wingas und der Gasspeicherbetreiber Astora, der Deutschlands größten Gasspeicher betreibt.
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