Flakpanzer Gepard 1A2 auf dem Testgelände Todendorf in Schleswig-Holstein (Archivfoto aus dem Jahr 2010) Foto: dpa
Dass Deutschland nun auch schwere Waffen an die Ukraine liefert, ist der Situation angemessen, birgt aber Risiken. Deshalb muss die Bundeswehr weiter funktionieren.
Mit der Lieferung von Flugabwehrpanzern trägt Deutschland nun auch zur Unterstützung der Ukraine gegen russische Eindringlinge mit schweren Waffen bei. Zusammen mit dem geplanten Austausch alter sowjetischer Ausrüstung und der Artillerieausbildung fügte die deutsche Militärhilfe einen erheblichen Betrag hinzu, der ungefähr dem entsprechen sollte, was die anderen Verbündeten taten. Auch bei Kleinwaffen war Deutschland einer der wichtigeren Lieferanten, oft in der öffentlichen Diskussion untergegangen.
Für eine mitteleuropäische Macht, die so lange militärisch so zurückhaltend und pro-russisch war, ist dies eine weitere große Anpassung, aber notwendig. Putin zerstörte nach dem Ende des Kalten Krieges den europäischen Friedensplan, auf den sich die deutsche Außenpolitik so lange verlassen hat. Ob es jemals gelang, die imperialistischen Ansprüche Moskaus mit der freien Ordnung in Europa in Einklang zu bringen, wird die Historiker noch lange interessieren, ist heute aber nur noch eine theoretische Frage. Aktuell geht es darum, die russische Expansion zu stoppen. Putins Generäle nennen bereits Ziele jenseits der Ukraine, und er selbst hat in der Vergangenheit die russische Hegemonie über ganz Osteuropa gefordert.
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