Veröffentlicht am 28. April 2022, 20:17 Uhr
An zwei Zürcher Schulen gilt nach den Ferien ein Fussballverbot. So reagiert die Schulleitung auf das aggressive Verhalten der Schüler. Die Meinungen der 20-Minuten-Community sind geteilt.
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In den Schulen Borrweg und Friesenberg hat die Schulleitung ein einmonatiges Fußballverbot in den Pausen angeordnet.
Reto Joschger
Damit reagiere sie auf das Verhalten von Kindern, die sich “im Hooligan-Stil selbst gedemütigt” hätten, so die Regisseurin.
Reto Joschger
Auch die Fan-Social-Aktivitäten des Fussballclubs Zürich wollen sich mit der Schulleitung beraten, um das Verhalten der Kinder während und nach Fussballspielen zu ändern.
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Die Schulleitung hat ein Fussballverbot in den Primarschulen Borweg und Friesenberg in Zürich erlassen.
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Das Verbot tritt in Kraft, nachdem die Grundschüler nach den Osterferien in die Klassenzimmer zurückgekehrt sind.
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Der Regisseur erzählte 20 Minuten lang, wie es passiert ist.
Ab dem 2. Mai verbieten zwei Schulgebäude in Zürich Fussballspiele auf ihrem Gelände. So reagiert die Schulleitung auf die Gewalt unter den Schülern. Die 20-Minuten-Community diskutiert über die Maßnahme. „Ich finde die Maßnahme richtig. Wenn die Arbeit in den Klassen erfolgreich ist, kann man die Sperre früher aufheben“, hieß es in dem Kommentar. Einige können das Verbot nicht verstehen. “Dürfen Kinder etwas anderes tun?” Verbote waren noch nie ein geeignetes Mittel. Betreuer einstellen und fertig“, sagt ein Leser.
Wie Direktor Martin Gehrig am Donnerstag auf Nachfrage sagte, seien bereits im Vorfeld verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um das Problem anzugehen. Da dies erfolglos blieb, wurden vor den Osterferien weitere Maßnahmen mit den Kindern besprochen und die Eltern per E-Mail benachrichtigt. In der von der NZZ gelesenen E-Mail heisst es unter anderem: «Die Kinder haben sich in Hooligan-Manier gestürzt und sind nach der Sprechpause in die Schulgebäude gezogen.»
Laut Gehrig hat sich über mehrere Monate ein negatives Momentum entwickelt. Die Gründe sind komplex. Im Fußball geht es um Sieg oder Niederlage. Der Umgang damit ist für Kinder in diesem Alter nicht immer einfach. „Vor allem, wenn sie denken, dass es Ungerechtigkeit gegeben hat. “Nach der zehnstündigen Pause waren die Kinder emotional aufgewühlt, was den Unterricht erschwerte.”
Jungen sind tendenziell stärker betroffen, aber auch Mädchen wurden von dieser Stimmung angesteckt. Gerig ist zuversichtlich: „Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern auf dem Spielplatz wieder respektvoll miteinander umgehen können.“
“Solche ‘Fußballschlachten’ zwischen den Klassen passieren”
Für Francisca Peterhans, Zentralsekretärin des Schweizerischen Lehrerverbandes, ist eine einmonatige Sperre der richtige Entscheid. „So entsteht ein Zeitfenster, in dem sich die Lage beruhigen kann.“ In diesem Zusammenhang können wir am Problem der Klassen arbeiten. „Schwierige Situationen beinhalten immer auch die Chance etwas zu lernen“, sagt Peterhans. Sie kennen ähnliche Probleme an anderen Schulen. “Ähnliche” Fußballkämpfe “zwischen den Klassen finden statt. Bevor die Situation eskaliert, ist es wichtig, dass die Schule handelt.“
Bildungs- und Konfliktberaterin Karin Knecht kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Innerhalb von 20 Minuten sagte sie am Mittwoch: „Die Schulleitung ist mit dieser Maßnahme völlig zu weit gegangen. Sie signalisierte den Kindern: „Ihr seid alle Störenfriede.“ Was sollen Kinder tun, wenn sie nicht einmal Fußball spielen dürfen? „Gerade jetzt, wo Schüler nach der Krone endlich Kontaktsport betreiben dürfen und es für Kinder so wichtig ist, sich zu bewegen . Knecht schlägt vor, Schulsozialarbeiter einzubeziehen und mit Lehrern und Schülern zum Beispiel über das Problem der Hooligans in Klassenräten zu sprechen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Fronten zwischen Schülern und Lehrern verhärten.
Tatsächlich will die Schule nach den Osterferien mit den Kindern das Thema ansprechen, dass Fairplay und Werte wie Respekt, Toleranz und Akzeptanz im Fußball eine Rolle spielen. Auch die Fan-Social-Aktionen des Fussballklubs Zürich wollen sich mit der Schule beraten, um das Verhalten von Kindern während und nach Fussballspielen zu ändern. Gelingt dies, soll der Ball im Juni wieder rollen.
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