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120 Kilogramm Meteorit schlagen in Kärnten ein – Panorama

Pünktlich zum Welt-Asteroiden-Tag am Donnerstag sucht ganz Österreich nach einem kleinen astronomischen Körper. Das würde zumindest Louis Ferrier wollen. Irgendwo über Kärnten soll in der Nacht zum Freitag ein Meteorit eingeschlagen sein – und der Franzose Ferrier, Geologe und Kurator der Meteoritensammlung am Naturhistorischen Museum in Wien, rief die Bevölkerung zur Hilfe auf.

SZ: Monsieur Ferrier, waren Sie schon in Kärnten und haben gesucht?

Louis Ferrier: Na sicher. Ich bin gleich am Wochenende hingefahren und habe den Leuten gesagt, dass sie alle Funde an mich weitergeben müssen, nicht an irgendwelche deutschen Meteoritenjäger, die natürlich auch gleich gekommen sind.

Immer diese Deutschen … Wo genau soll der Meteorit gefallen sein?

Irgendwo zwischen den Gemeinden Eis und Draurain im Bezirk Völkermarkt.

Meteoriten, das ist ein großes Geschäft, oder?

Ja, Meteoriten sind leider auch ein großes Geschäft – aber sie sind auch sehr wichtig für die Wissenschaft. Dank Überwachungskameras wissen wir, dass der rund 120 Kilogramm schwere Himmelskörper am Freitag um 2.10 Uhr in rund 90 Kilometern Höhe über der Stadt Zanitzen in der Steiermark zu leuchten begann und mit einer Geschwindigkeit von rund 18 Kilometern Richtung Süden fuhr zum zweiten. Der Feuerball war bei Kilometer 83 für fünfeinhalb Sekunden sichtbar.

Aber die Steiermark hatte Glück, dass das schwere Ding in Kärnten landete.

Es wäre schrecklich, wenn private Sammler schneller wären als wir jetzt. Seit vier Jahren bin ich Kurator der drittgrößten Meteoritensammlung und der größten Meteoritenschau der Welt. Bisher wurden in Österreich nur acht Meteoriten gefunden. Höchstwahrscheinlich ein Steinmeteorit im Juli 2021. Der sogenannte Kindberg-Meteorit.

Aber 120 Kilo, die will man sich wirklich nicht auf den Kopf stellen …

Möglicherweise wog er nur so viel, als er in die Atmosphäre eintrat. Es waren wahrscheinlich nur ein paar Pfund beim Aufprall.

Oh. Was schicken Ihnen die Leute jetzt?

Fotos, aber manchmal grüne Steine, Eisenstücke oder was von ihren Fahrrädern gefallen ist. Sie haben mir sogar einen kleinen Eisbären aus Glas zur Begutachtung geschickt. Ich habe etwa 100 E-Mails für den letzten Fall erhalten, aber ich hatte keine Zeit, sie auszuwerten.

Haben Sie sich schon immer für Himmelskörper interessiert?

Ja, als kleiner Junge! Ich bin im Departement Loire und Cher aufgewachsen. Hier befinden sich die meisten Meteoriten in Frankreich. Mein Bruder, mit dem ich mein Schlafzimmer teilte, war immer besorgt, dass die Dinge, die ich in unsere Regale stelle, radioaktiv sein könnten. Schrecklich gruselige Katze!

Monsieur Ferrier, wie erkennt man einen Meteoriten?

Außen dunkel, innen hell, das kann das erste Kriterium sein. Blasenbildung hingegen deutet oft auf Schlacke hin. Und bitte beim Anfassen Alufolie nicht vergessen!

Wie? ist es radioaktiv?

Nein nein. Aluminiumfolie hilft, Kontaminationen zu vermeiden. Mit der Entdeckung eines Meteoriten betreten Sie das Feld der Wissenschaft!