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190 bis 870 Euro Strom “Bremswirkung”

Die lang ersehnte Strompreisbremse kommt und wird nicht billig. Der Ministerrat hat heute beschlossen, dass der Preis bis zu einem Verbrauch von 2900 Kilowattstunden (KWh) angegeben wird. Auch für sozial Schwache wird es zusätzliche Hilfen geben. Überraschenderweise wird alles sogar bis Mitte 2024 umgesetzt. Die Kosten belaufen sich laut Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) auf drei bis vier Milliarden. Den Effekt sehen Sie erstmals auf Ihrer Dezember-Rechnung – mehr dazu in der festgesetzten „Strompreisbremse“ der Regierung (ORF.at).

Die Gesamtkosten betragen bis zu vier Milliarden Euro. Für einen durchschnittlichen Wiener Haushalt bringt das maximal 870 Euro pro Jahr ein, je nachdem, welchen Vertrag man gerade hat. Natürlich würden teure Verträge stärker gefördert, sagte der Leiter der Wirtschaftsabteilung bei E-Control Johannes Mayer heute in Wien. Wenn man einen günstigeren Vertrag hat, etwa bei Wien Energie mit Treuebonus etc., „dann sind es 190 bis 380 Euro pro Jahr“, sagt Meyer.

Der Anreiz, Strom zu sparen, bleibt bestehen

Die Verbrauchsgrenze von 2.900 KWh reiche durchaus für einen durchschnittlichen Wiener Haushalt mit drei Personen, so Meyer weiter. Die meisten Wiener würden in Wohnungen leben. Meyer glaubt nicht, dass angesichts dessen und der Aktion der Anreiz zum Stromsparen für solche Familien verloren geht.

Denn der Preis muss natürlich bezahlt werden. Und wenn Sie mehr bezahlen, wirkt sich das immer noch aus. „Dann ist die Stromrechnung immer noch höher als vor einem oder anderthalb Jahren. Es lohnt sich also, Energie zu sparen. Das wird bleiben“, sagte Meyer.

EU-Energietreffen wohl ohne sofortige Wirkung

Neben Österreich versucht auch die EU den Strompreis irgendwie zu regulieren. Am kommenden Freitag findet zudem ein Energiegipfel statt. Dort getroffene Vereinbarungen würden frühestens im nächsten Jahr, möglicherweise aber erst 2024 wirksam, sagte Mayer. Zuvor muss unter anderem die Frage entschieden werden, ob auf dieser Ebene überhaupt etwas an der Strompreisbildung geändert werden kann. Aufgrund dieser komplexen Thematik hält er Auswirkungen für diesen Winter für unwahrscheinlich.

Viele Mechanismen für viele Zwecke

Zur gesellschaftlichen Korrektheit der österreichischen Strompreisbremse sagte Meier, es sei selten möglich, eine Lösung zu finden, die alle Ziele erreiche. Sollen viele Ziele erreicht werden, müssen viele verschiedene Mechanismen eingesetzt werden.

Die Regierung hat hier ganz klar ein Paket geschnürt: „Das erste Element ist, dass diese Grundversorgung sozusagen auf zehn Cent reduziert werden soll. Dann soll es noch andere Elemente geben, nämlich einerseits die Kostenübernahme für das Netz und dann auch einen Zuschuss für größere Familien. Insgesamt gibt es also auch soziale Elemente. Das gilt eigentlich für alle Österreicher gleichermaßen.“

“Genug gespeichertes Gas zum Heizen”

Am Ende des Telefonats hatte Meyer eine beruhigende Botschaft für die Haushalte zum Thema Gas parat, die aber bereits mehrfach die Runde gemacht hat. Österreich wird im kommenden Winter genug Gas haben, um Wohnungen zu heizen: „Österreich hat schon viel angehäuft. Und was die Haushalte betrifft, so sind Haushalte EU-weit besonders geschützte Kunden“, betonte Meyer. Wenn ein Staat nicht genug Gas hat, um Haushalte zu versorgen, kann er andere Staaten anrufen und sagen, dass ich jetzt Gas brauche. Meyer: „Wir in Österreich haben genug für Haushalte. Also sehe ich da kein Problem.”