Eine der Flüchtlinge ist die Englischlehrerin Natalia. Anfang März floh sie mit ihren beiden Töchtern und ihrer Nichte aus der Stadt Rowno, als die ersten Bomben fielen. Nach einem zweitägigen Aufenthalt an der polnisch-ukrainischen Grenze kommt sie erschöpft mit ihrer Familie in München an, wie sie noe.ORF.at erzählt.
In der Gemeinde des Dorfes in München erhielt Natalia einen Krankenwagen. Sie lebt jetzt mit ihren Kindern in einer Wohnung im Gemeindezentrum. Jeden Montag organisiert die Gemeinde ein Treffen zwischen Freiwilligen der Gemeinde und Flüchtlingen. Jetzt hilft auch Natalia: „Wir treffen uns hier jeden Montag und ich helfe nur beim Übersetzen der Gespräche. Wir helfen allen Menschen, die Hilfe brauchen. Und Probleme können wir meist schnell gemeinsam lösen.“
ORF Natalia (Mitte) floh mit ihren beiden Töchtern und ihrer Nichte aus der Stadt Rovno. Sie hat jeden Tag Kontakt zu ihrem Mann und dem Rest der Familie.
Behörden- und Arztbesuche mit Flüchtlingen
Genau wie Natalia kümmern sich viele andere ukrainische Flüchtlinge um die Kirchengemeinde in München. Neben dem wöchentlichen Kaffee- und Kuchentreffen finden dreimal wöchentlich Deutschkurse statt. Außerdem gibt es im Gouvernement einen Kleiderständer, an dem auch Kleider ausgesucht und mitgenommen werden können.
Das Engagement für die Gemeinde sei gross, sagt Brigitte Siveli, Pfarrsekretärin und «gute Seele» der Pfarrei: «Wir helfen alle gemeinsam aus der Gemeinde. Wir haben auch eine eigene Whatsapp-Gruppe gegründet, um uns gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Es geht auch darum, mit den fliehenden Ukrainern zu den Behörden zu gehen oder einen Arzt aufzusuchen.“
Pfarreien bieten Unterstützung oder Unterkunft
In rund 50 Kirchengemeinden der Erzdiözese Wien wurden Flüchtlinge in Niederösterreich und Wien untergebracht bzw. betreut. Einige Gemeinden unterstützen Kleinfamilien, andere haben laut Caritas Wohnungen für bis zu 70 Personen pro Gemeinde geschaffen.
Das Kloster Maria Lanzendorf (Bruck an der Leita) beherbergt derzeit 16 ukrainische Gäste. Außerdem erhalten 22 Gäste im Alter zwischen 4 und 70 Jahren Verpflegung mit der politischen Gemeinde und werden von Behörden und Ärzten begleitet. Auch eine Impfkampagne wurde durchgeführt.
Die Kirchengemeinde Gablitz (Kreis St. Pölten) hat 20 Personen privat durch Gablitz hilft untergebracht. In der Gemeinde Neuguntramsdorf (Kreis Mödling) leben 70 Flüchtlinge. Dort bieten Ehrenamtliche auch Deutschkurse an. Derzeit sind 24 ukrainische Flüchtlinge im Stift Melk untergebracht.
Es werden noch Geld- und Sachspenden benötigt
Insgesamt 500 Menschen in der Kirchengemeinde helfen bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen in den Gemeinden. „Solidarität und Zusammenhalt sind hier besonders spürbar“, sagte Klaus Schwertner, Leiter der Caritas der Erzdiözese Wien.
„An Hilfsbereitschaft mangelt es in keiner Gemeinde. Aber wir haben immer noch nicht genug Spenden. Wir brauchen dringend Geld- oder Sachspenden – zum Beispiel in Form von Hilfspaketen. Sachspenden werden entweder an die Gemeinden verteilt oder von uns direkt in die Ukraine geliefert“, so Schwertner.
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