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50 Meter breites Loch: Der Boden öffnet sich zu Seen NDR.de – Nachrichten

Stand: 10.06.2022 14:41 Uhr

In Zeesen im Landkreis Goslar ist in der Nacht zum Freitag ein Loch im Stadtgebiet aufgetreten. Der letzte Erdrutsch in einem solchen Ausmaß sei mehr als 20 Jahre her, teilte die Stadt mit.

Betroffen ist nach Angaben der Stadt der Bereich zwischen Amtsgericht und Schützenplatz. Dort erschloss sich das Grundstück im Stadtzentrum in einem Park. Laut Polizei ist das Loch 50 mal 15 Meter groß und 20 Meter tief. „Zum Glück wurde niemand verletzt“, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag der DDR in Niedersachsen. Das Areal ist großflächig abgeschnitten, es besteht Lebensgefahr, da das Land noch „arbeitet“.

AUDIO: Das Loch in Seesen dehnt sich aus (1 min)

Die unterirdischen Höhlen stürzen während Dolinen ein

Die Büsche und Wege wurden ausgerissen.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erklärt Senken mit wasserlöslichen Untergründen – Kalkstein oder Gipsgestein –, die Teile Niedersachsens haben. „Löst Grundwasser diese Gesteine ​​auf, entstehen ausgedehnte Höhlensysteme“, so das LBEG. „Mit der Zeit werden diese Höhlen oft instabil – Teile der Höhlendecke können einstürzen. Setzt sich ein solcher Einsturz bis an die Oberfläche fort und sackt der Boden ab, entsteht ein Abgrund.“ Dabei wurden etwa 8.000 Kubikmeter Erde verbraucht.

Das Loch kann größer werden

Laut einem Geologen könnte sich das Loch noch weiter ausdehnen.

Laut Polizei hat ein geotechnisches Gutachten festgestellt, dass keine akute Gefahr für benachbarte Gebäude und Bewohner besteht. Einige Anwohner seien darüber informiert worden, dass sie ihre Gärten vorsorglich nicht mehr betreten dürften, sagte eine Stadtsprecherin. Etwa 15 Häuser sind betroffen. Der Sachverständige für Geotechnik kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass auch der Boden um das Loch herum Risse aufweist und sich das Loch weiter ausbreiten könnte, sagte die Sprecherin.

Das Wasser eines verschütteten Baches sickert an anderer Stelle an die Oberfläche

Der Fluss Sekau wurde am Freitag vom Abgrund überschwemmt, sodass er austrocknete und das Wasser an anderer Stelle an die Oberfläche trat. So auch in der St.-Annen-Straße. Auch dieses Gebiet habe der Geologe untersucht, heißt es. Um die Situation besser einschätzen zu können, müssen Drohnenfotos gemacht werden. Seesen gilt laut Stadt als Dolinengebiet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen Aktuell | 10.06.2022 | 13:00