Verkehr
Die Mariacelbahn bekommt neue Bahnschwellen: Sie sollen den erhöhten Belastungen durch die Klimakrise standhalten und wurden von einem Unternehmen aus Niederösterreich speziell für die Schmalspur entwickelt.
24.09.2022 16:43
Ab heute, 16:43 Uhr online
Schienen müssen viel aushalten: dem Gewicht und der Kraft des Zuges sowie Umwelteinflüssen wie Hitze, Regen oder Kälte. Die Schienen von Schmalspurbahnen wie der Mariazellerbahn müssen solchen Belastungen auf kleinerer Auflagefläche standhalten. Für die Mariazelbahn wurden in Zusammenarbeit mit der Firma MABA Fertigteilindustrie GmbH mit Sitz in Wöllersdorf (Bezirk Winner Neustadt) spezielle Betonschwellen entwickelt. Seit letztem Jahr wurden 3.000 Einheiten auf sechs Streckenabschnitten installiert.
Österreich
Sonderschwellen für die Mariatzelbahn
Ab Frühjahr 2023 werden auf der gesamten Strecke die alten Schwellen sukzessive durch 75.000 neue Schwellen ersetzt. Die neuen Betonschwellen sind deutlich größer und schwerer als die bisher verbauten Schwellen und erhöhen damit den sogenannten Querverschiebewiderstand – die Schwellen wirken also den Kräften entgegen, die das Gleis seitlich verschieben. Eine spezielle Kunststoffschicht auf der Unterseite soll für eine bessere Anbindung an den Gleisschotter sorgen.
Steigende Anforderungen durch höhere Zugfrequenz
Da sich die neuen Schwellen nach Angaben der Niederösterreichischen Bahnen in der im September zu Ende gegangenen Testphase bewährt haben, müssen sie nun auf der gesamten Strecke eingebaut werden. „Unsere Messungen ergaben hervorragende Ergebnisse. Die neuen Betonschwellen verleihen dem Gleis auch bei sehr hohen Temperaturen eine hervorragende Lagestabilität. Zudem kann der sonst übliche Erstaustausch des Oberbaus nach Bauarbeiten reduziert werden, wodurch wir Folgearbeiten und Kosten einsparen können“, sagt Barbara Komarek, Geschäftsführerin der Niederösterreichischen Bahnen.
„Diese innovative Maßnahme wird zu einer Erfolgsgeschichte, die unsere Schmalspurbahn fit für die Zukunft hält. Die neuen Schwellen halten den steigenden Anforderungen durch höhere Zugfrequenz und Klimawandel stand“, sagt Ludwig Schleritzko (ÖVP), Landesverkehrsrat der Niederösterreichischen Bahnen.
Früher wurden bei der Mariazelbahn häufig Y-förmige Stahlschwellen oder Sicherungskappen nachgerüstet. Beide Maßnahmen haben sich laut Niederösterreich Bahnen jedoch als teuer in der Herstellung und aufwendig im Unterhalt erwiesen.
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