Stand: 05.08.2022 14:57
Ein Regionalticket für 29 Euro, ein Bundesticket für 49 Euro – das sieht ein Konzeptdokument der Grünen vor, mit dem das Hauptstadtstudio ARD zu tun hat. Über die Finanzierung dürfte es mit dem Koalitionspartner FDP noch weitere Meinungsverschiedenheiten geben.
Von Tina Händel, ARD-Hauptstadtstudio
Viele Fahrgäste könnten für „weniger als einen Euro am Tag“ fahren – so werben die Grünen für ihr neues Konzept. Das Dokument wurde von der Bundestagsfraktion, der Partei und dem grünen NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer vorbereitet. Angeboten vom ARD-Hauptstadtstudio.
Das 29-Euro-Regionalticket richtet sich vor allem an Pendler, die zum Beispiel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen. Außerdem soll es ein „49-Euro-Ticket für ganz Deutschland“ geben, das den aktuellen „Tarif-Dschungel“ durchbrechen und den Komfort des 9-Euro-Tickets bewahren soll, hieß es in der Zeitung.
Acht neue Verkehrsflächen
Etwas komplizierter wäre es für Kunden, die sich für das Regionalticket entscheiden: Nach Greens Konzept gilt dieses Ticket „mindestens bundesweit, aber auch für Regionen wie Berlin-Brandenburg oder Bremen-Hamburg-Niedersachsen“. Insgesamt soll Deutschland in acht Zonen aufgeteilt werden, die jeweils ein Regionalticket für 29 Euro im Monat anbieten könnten.
Bei der Finanzierung drängen die Grünen weiterhin auf einen Vorschlag zur Begrenzung des Dienstwagenprivilegs und vor allem auf höhere CO2-Preise. Dadurch ergäben sich „für Bund und Länder zusätzliche Einnahmen, die nahtlos in die Finanzierung von Billigtarifen fließen können“. Wie hoch diese zusätzlichen Einnahmen sein sollen, geht aus der Zeitung nicht hervor.
Für die Verkehrsunternehmen besteht vorerst ein klarer Subventionsbedarf: Selbst ein 69-Euro-Ticket würde jährliche Subventionen von zwei Milliarden Euro erfordern, schätzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Bisher sind weder Finanzminister Christian Lindner noch die Bundesländer bereit, die hohen Kosten zu schultern.
Wie groß ist der Umwelteinfluss wirklich?
Die Grünen wollen jedenfalls so schnell wie möglich ein Folgeticket aushandeln: In den Umfragen sagen „80 Prozent der Befragten, dass sie weitermachen wollen“, sagt Parteichefin Ricarda Lang.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer weist auf einen Umwelterfolg hin: „Millionen Menschen sind auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen.“ Mobilitätsforscher bezweifeln allerdings, dass das 9-Euro-Ticket dazu führen würde, dass viele Autofahrer jetzt Bus und Bahn nutzen. Viele Studien laufen noch.
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