376 Delegierte stimmten für Marer und erklärten ihn mit 94,21 Prozent offiziell zum Parteivorsitzenden der Wiener ÖVP. Er habe die Wahl mit Dankbarkeit und Demut entgegengenommen, sagte Marer: „Vielen Dank für Ihr großes Vertrauen. Es gilt jetzt, als Wiener Volkspartei mit voller Kraft und Geschlossenheit für die Wienerinnen und Wiener zu arbeiten“, sagte der neu gewählte Landesparteiobmann.
Marer folgt auf Gernot Blumel, der im Dezember alle politischen Ämter niederlegte. Marer, 67, war Polizistin und Nationalrätin, wechselte kürzlich vom Landtag ins Rathaus und ist dort keine geschäftsführende ÖVP-Stadträtin.
Städtische Probleme, bekannt als langjähriger Polizist
In einem Interview mit ORF-Wien-Chefredakteur Oliver Ortner reagierte Marer auf den Ratschlag eines seiner Vorgänger, Bernhard Görg, nicht zu freundlich zu sein, und nannte „seine“ klare Linie: Er wolle zeigen, woran er glaubt und woran er glaubt wen die ÖVP irrt. in der Stadt. Er wolle der SPÖ auch nahelegen, zusammenzuarbeiten, wenn sie die Konstruktivität der Wiener ÖVP akzeptiere.
Der Chef der ÖVP Wien Marer für seine Pläne
Carl Marer, der neue Obmann der ÖVP Wien und Nachfolger von Gernot Blumel, sprach im Interview mit ORF-Wien-Chefredakteur Oliver Orter über seine Pläne.
Er war viele Jahre Polizist in Wien und kannte die Probleme der Stadt. Er weiß, dass es Parallelgesellschaften gibt, die sich isolieren würden. Das mache der Stadt Probleme, sagt Marer auf die Frage, wie viel Sebastian Kurz drin habe. Sein Rezept, um zum Ergebnis der letzten Wahl zurückzukehren, war, sofort zu arbeiten und den Menschen näher zu kommen. Dafür sorgen die ÖVP-Kreisräte.
Zur mutmaßlichen Verwicklung in den am Freitag bekannt gewordenen Fall Wienvert wollte sich Marer nur kurz äußern. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft identifizierte ihn als Tatverdächtigen in dem Fall. Marer betonte, dass dies keine Hypothek für seinen Vorsitzenden sei. Die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage, er werde alles tun, um diese Vorwürfe aufzuklären.
Nehamer gratuliert Marer
„Karl Marer ist ein Garant für eine erfolgreiche Städtepolitik der ÖVP. Die hohe Zustimmung der Delegierten beim heutigen (Freitag Freitag) Landesparteitag der Wiener Volkspartei zeigt, dass Karl Marer größtes Vertrauen genießt. Ich gratuliere dem neu gewählten Landesvorsitzenden und seinen Stellvertretern herzlich zu ihrer Wahl“, sagte Bundeskanzler und Bundesparteivorsitzender Karl Nehamer. Marer werde die Geschicke der Wiener ÖVP mit “erfahrener und stabiler Hand” leiten.
Auch Marers Vorgänger Gernot Blumel wurde gedankt, Nehamer würdigte ihn. 2015 übernahm Blumel die im Wiener Stadtparlament marginalisierte ÖVP und brachte sie bei den Wahlen 2020 wieder auf den zweiten Platz.
APA/HANS PUNZ Karl Nehamer und Karl Marer beim 37. Parteitag der ÖVP Wiener Landesparteitag
ÖVP als zweite „große Liebe“ in seinem Leben
In einer Rede vor der Abstimmung sagte Marer, er sei “aus Liebe” in der Politik aktiv. Vor rund 500 Delegierten und 1.000 Gästen in der Steffl-Arena bezeichnete er die ÖVP als die zweite „große Liebe“ seines Lebens nach seiner Frau. 45 Jahre lang war er der Volkspartei treu. “Wir kommen von Menschen”, sagte er, “man muss für Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit arbeiten.” Seine Partei hat laut Marer Nachholbedarf: “Wir müssen viel näher an die Menschen herankommen.”
Marer forderte Politik mit Herz und Verstand: „Als Volkspartei bieten wir ein klares Gegenmodell.“ Anders als die „arrogante und distanzierte“ SPÖ stehe nicht das Bürgermeisteramt im Mittelpunkt, sondern das Volk. „Die Volkspartei ist die eigentliche Partei von Grätzel.“ Und er kündigte an: „Künftig wird es für jeden Bezirk einen zuständigen ÖVP-Bezirksvorstand geben, den Grätzel-Bezirksvorstand.“
Mangelnde Sprachkenntnisse als “Unannehmlichkeit”
„Kritik an Wien ist kein Ärgernis für Wien“, so Marer weiter. Vielmehr wollen sie alles tun, um die Dinge in der Stadt zu verbessern. Eines der Probleme ist der Mangel an Sprachkenntnissen bei Einwanderern und ihren Kindern. Hier identifizierte er ein Versagen der Stadtverwaltung im Bereich Bildung und Integration. Letzteres muss auch bei den Betroffenen beantragt werden. Wenn Sie in Wien oder Österreich wohnen möchten, müssen Sie die „anwendbaren Werte“ akzeptieren.
APA / HANS PUNZ 37. ÖVP Wiener Landesparteitag
Stimmen Sie für den Hauptvorschlag ab
Auf dem Programm stand neben Marers Kür auch die Abstimmung über einen umfangreichen Flaggschiff-Vorschlag. Darin bekräftigte die türkische Staatspartei langjährige Forderungen als Stadtwache mit Sicherheitsrat, Sonntagsöffnung und Gehalt für Mieter von Gemeinschaftsgebäuden. Gleichzeitig forderte die ÖVP auch Wien auf, die Bundesregierung in ihrem Wunsch nach mehr Investitionen zu unterstützen und die langfristige Erhöhung des Regelhaushalts für innere und äußere Sicherheit zu unterstützen.
Neo-ÖVP-Chefin Vienna Marer setzt auf Objektivität
Als neuer Obmann der ÖVP Wien will Karl Marer seine Politik ändern. Er wolle Hass und Aggression aus der politischen Debatte heraushalten und sei gegen „Gürtelprügel“. Er will die Partei öffnen und breiter machen.
In Sachen Bildung fordert die ÖVP ebenso wie die SPÖ mehr Lehrkräfte und Klassen. Doch anders als die SPÖ muss die Bundesregierung nicht mehr geplante Elemente liefern. Vielmehr vermutet die ÖVP, dass viele Stellen eher der Verwaltung als der Lehre dienen. Das muss sich ändern. Auch die Deutschförderung soll ausgebaut werden. Auch Touristengebiete sind im Leitvorschlag zur Öffnung am Sonntag enthalten. Es ist dringend notwendig, dass kaufwillige Touristen auch am Wochenende in Wien einkaufen können.
Das Kurzparkzonenmodell wird ebenso in den Anhang aufgenommen wie die Förderung anderer Mobilitätsformen wie des Radverkehrs, jedoch ohne zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs. Außerdem will die Wiener ÖVP Grenzwerte bei der Miete: „Wir wollen regelmäßige Kontrollen und einen Solidaritätsbeitrag bei Überschreitung der Grenze. Damit bleibt die soziale Durchmischung erhalten und die Sanierung kommunaler Gebäude kann endlich erfolgen.“
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