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Medienzensur: Russland sperrt WELT-Homepage – WELT

Zensur ausländischer Medien

Russland sperrt WELT-Homepage

Bis: 16:16 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Russland sperrt WELT-Homepage

Die WELT-Website ist jetzt in Russland gesperrt. Dies wurde von mehreren russischen Nachrichtenagenturen einhellig gemeldet. Der Bundesdienst Roskomnadzor hat Welt.de und alle Subdomains in die Liste der zu sperrenden Publikationen aufgenommen.

welt.de ist jetzt in Russland gesperrt. Die offizielle Begründung der Zensurbehörde ist unklar. Doch die kritische Berichterstattung über Russlands Angriffskrieg in der Ukraine dürfte dem Kreml ein Dorn im Auge sein.

Die WELT-Website ist jetzt in Russland gesperrt. Dies wurde von mehreren russischen Nachrichtenagenturen einhellig gemeldet. Das Bundesamt für Kommunikation, Informationstechnik und Massenkommunikation, besser bekannt als Roskomnadzor, hat Welt.de und alle Subdomains in die Liste der zu sperrenden Publikationen aufgenommen. Nach und nach erkannten russische Lieferanten die Nachfrage.

Ende März sperrte Russland die Seite bild.de, die wie WELT vom Axel-Springer-Verlag herausgegeben wird. Zuvor standen die Seiten der Deutschen Welle und der britischen BBC auf der Liste.

Welt.de ist nun in der von Roskomnadzor verwalteten öffentlich zugänglichen Datenbank gesperrter Websites zu finden. Dementsprechend wurde die Website von WELT auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 9. Juli 2022 gesperrt.

Der Grund dafür bleibt unklar: welt.de verbreitet Informationen, die gegen das Gesetz verstoßen, daher ist der Eintrag im Bundesgesetz Nr. 149-FZ Artikel 15.3 vorgesehen. Die Informationen werden nicht erwähnt. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS geht es um “Aufrufe zu Massenunruhen, Extremismus und die Teilnahme an illegalen Massenaktionen”.

Bisher wurde nur die Sperrung von welt.de unter dem bei Roskomnadzor geführten Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft 27-31-2022/Id9701-22 festgestellt. Zahlreiche Websites im Zusammenhang mit der in Russland vorherrschenden De-facto-Militärzensur wurden unter ähnlichen Aktenzeichen in der Serie 27-31-2022 gesperrt. Darunter fallen beispielsweise Beiträge in scheinbar politisch neutralen Internetforen und sozialen Medien, die außerhalb der Vorgaben staatlicher Propaganda über den Krieg berichten und ihn kritisieren.

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Dies deutet darauf hin, dass die Einstellung von welt.de etwas mit der Berichterstattung über Russlands Krieg gegen die Ukraine zu tun haben könnte. Allerdings wecken fremdsprachige Seiten selten das Interesse der russischen Zensurbehörden. Zuletzt stand aber der britische „Daily Telegraph“ im Juni auf der schwarzen Liste.

Da bild.de in Russland gesperrt war, veröffentlichte welt.de russische Übersetzungen von BILD-Artikeln über Russlands Krieg in der Ukraine. Es ist sehr wahrscheinlich, dass gerade diese Veröffentlichungen den Zorn der russischen Zensur hervorrufen – aus Kreml-Sicht anstößige Texte in russischer Sprache, versteckt unter deutschsprachigen Inhalten.