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Erstellt: 11.07.2022, 04:55
Von: Tobias Utz
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Präparate gegen Vitamin-D-Mangel (Symbolfoto) © Claudio Divizia / Imago Images
Nach einer Ernährungsberatung wurde einem Mann eine so hohe Dosis Vitamin D verabreicht, dass er mit einer Vergiftung im Krankenhaus landete. Jetzt will er andere davor warnen.
East Kent – Vitamin-D-Mangel ist ein weit verbreitetes Gesundheitsphänomen. Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland betroffen. Vitamin D ist wichtig für den menschlichen Körper, da es den Phosphat- und Calciumstoffwechsel reguliert. Es trägt unter anderem zur Verhärtung der Knochen bei. Vitamin D unterstützt auch die Funktion des Immunsystems und beeinflusst die Muskelkraft.
Experten empfehlen oft Sonnenlicht, um einen Vitamin-D-Mangel auszugleichen.Eine Bestrahlung der Haut kann ausreichen, damit der Körper genügend Vitamin D produziert.Die pharmazeutische Industrie bietet jedoch auch künstliche Vitamin-D-Zufuhrprodukte an.Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt jedoch dass es bestimmte Risikogruppen für die Anwendung gibt.
Zu viele Vitamin-D-Präparate: Durchfall, Übelkeit und Krämpfe
Ein Fall aus Großbritannien liefert nun ein Beispiel für den Missbrauch von Vitamin-D-Präparaten. Nach einem Besuch bei einem privaten Ernährungsberater nahm der Betroffene täglich mehr als 20 rezeptfreie Vitamin-D-Mangelpräparate ein. Unter den Produkten befinden sich laut einem Bericht des amerikanischen Fernsehsenders CNN auch Präparate, die die empfohlene Tagesdosis teilweise um das Hundertfache überschreiten.
Innerhalb eines Monats litt der Mann aus Großbritannien an Symptomen wie Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen sowie Bein- und Armkrämpfen. Daraufhin setzte er die Medikamente ab, aber sein Zustand blieb kritisch. Als er zwei Monate später in eine Klinik in East Kent eingeliefert wurde, hatte er mehr als 15 Pfund von seinem ursprünglichen Körpergewicht verloren, heißt es in dem Bericht. Er hatte auch schwere Nierenprobleme.
Zu viel Vitamin D: „Er ist sehr daran interessiert, dass seine Geschichte bekannt wird, um andere zu warnen.“
Nach mehrwöchiger Behandlung im Krankenhaus pendelten sich seine Werte endlich wieder ein. Einer der behandelnden Ärzte Dr. Alamin Alkundi sagte später der Zeitschrift BMJ Case Reports: „Er möchte unbedingt, dass seine Geschichte bekannt wird, um andere zu warnen.“
Seit Beginn der Corona-Pandemie wird beispielsweise der Zusammenhang zwischen Sars-CoV-2-Infektion und Vitamin-D-Mangel genauer untersucht – mit überraschenden Ergebnissen. (tun)
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