Veröffentlicht 11. Juli 2022, 23:19 Uhr
Staus sind teuer und Pendler vergeuden wertvolle Zeit mit stundenlangem Stehen auf der Autobahn. Das will die Bundesstraßenverwaltung verhindern – indem sie das Tempolimit drastisch reduziert.
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Derzeit rüstet die Bundesstraßenverwaltung 1.600 Kilometer Autobahnen mit elektronisch gesteuerten Geschwindigkeitsanzeigen aus. Dieser soll das Tempolimit auf Schweizer Autobahnen regeln.
ASTRA
Kommt es zum Stau, sollen Pendler nur noch mit 60 Kilometern pro Stunde fahren können.
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Staus kosten viel Geld: Gemäss einer Schätzung des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) beliefen sich die Staukosten im Jahr 2019 auf rund 2 Milliarden Franken.
20min/News-Scout
Die Eidgenössische Strassenverwaltung (Astra) prüft derzeit die Möglichkeit, das Tempolimit auf Schweizer Autobahnen auf 60 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Der Bund will künftig Staus zur Rush-Hour vermeiden, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Die Zeit, die Reisende im Stau auf Bundesstraßen verlieren, betrug im vergangenen Jahr rund 32.500 Stunden. Nicht nur das: Staus sind teuer: Gemäss einer Schätzung des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) beliefen sich die Staukosten im Jahr 2019 auf rund 1,67 Milliarden Franken. Rechnet man die Umwelt-, Klima-, Energie- und Unfallkosten hinzu, belaufen sich die Staukosten auf über 2 Milliarden Franken. 2015 waren es 380 Millionen weniger.
Die Tempo-80-Begrenzung hat sich bewährt
Zur Umsetzung des Plans ist der Einsatz von elektronisch gesteuerten Geschwindigkeitsanzeigern vorgesehen. Sie werden in der Lage sein, die Höchstgeschwindigkeit je nach Verkehrsaufkommen automatisch anzupassen, fährt „Tagi“ fort. Bei positivem Ergebnis wird allenfalls ein Pilotversuch gestartet. Die entsprechende Entscheidung soll 2023 fallen.
Astra-Sprecher Benno Schmidt ist ein Verfechter der Idee. Bewährt habe sich die jetzt häufiger genutzte Reduzierung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer: „Der Verkehr fließt besser und es gibt weniger Unfälle auf den so ausgerüsteten Abschnitten als vor der Einführung der Systeme im Betrieb.“
Astra hat die Geschwindigkeitsanzeigesysteme bereits installiert
Der Autoclub ACS und der Schweizer Lastwagenverband Astag sind dagegen nicht überzeugt. Den Verkehr durch variable Höchstgeschwindigkeiten zu regeln sei in Ordnung, sagt ACS-Präsident Thomas Hurter, aber Tempo 60 gehe zu weit. Astag ist ähnlicher Meinung. Die Reduzierung auf 60 Kilometer pro Stunde werde zu einem alternativen Verkehr auf Hauptstraßen, in Städten, Ballungsgebieten und Dörfern führen, sagt Astag-Präsident Thierry Burkart. Daher lehnt der Verband die Idee kategorisch ab.
Die Bundesstraßenverwaltung prüft zudem ein Linksabbiegeverbot für Lkw in Stoßzeiten sowie eine Verkürzung und Verschiebung des Nachtfahrverbots für diese Fahrzeuge. Auch bei der Swiss Light Truck Association kommen diese Massnahmen nicht gut an.
Mittlerweile hat Astra 1.600 Autobahnkilometer mit elektronisch gesteuerten Geschwindigkeitsanzeigen ausgestattet. Die Systeme sind bereits in einer Entfernung von 400 Kilometern verfügbar, der Rest soll ab 2026 in Betrieb sein.
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