Chaos in Rom: Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat seinen Rücktritt angekündigt, nachdem die Fünf-Sterne-Bewegung sich geweigert hatte, dem Senat das Vertrauen seiner Regierung auszusprechen. Präsident Sergio Mattarella weigerte sich jedoch, zurückzutreten.
Italiens Regierung wurde am Donnerstagnachmittag unter dem Jubel von Abgeordneten der populistischen Fünf-Sterne-Partei ins Chaos gestürzt: Parteimitglieder applaudierten sich selbst für ihre Entscheidung, nicht an der bevorstehenden Misstrauensabstimmung teilzunehmen. Anschließend verließen sie den Saal und entzogen dem amtierenden Ministerpräsidenten Mario Draghi das Vertrauen. Dann kündigte er seinen Rücktritt an: „Die Koalition der nationalen Einheit existiert nicht mehr“, sagte er. Doch Staatschef Sergio Mattarella wies Draghis Rückzug am Abend zurück.
Die Regierung in Rom brummt seit Wochen vor sich hin, eine breite Koalition unter der Führung des parteilosen Draghi, der bis auf eine alle großen Parteien angehören. Störenfried ist die Fünf-Sterne-Partei, angeführt von Ex-Premier Giuseppe Conte. Bei der Abstimmung am Donnerstag ging es tatsächlich um rund 23 Milliarden Euro an Finanzhilfen für Familien und Unternehmen und andere Gesetze.
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