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Energiekrise: Spaniens Solidarität – peinlich für Deutschland

Kommentar

Stand: 08.02.2022 16:42

Während die Spanier gesetzlich verpflichtet sind, Strom und Gas zu sparen, vermeidet die Bundesregierung ein Energieeinspargesetz. Schande über ein Land, das so abhängig von russischer Energie ist.

Kommentar von Evie Seibert, ARD-Hauptstadtstudio

„Kaufhäuser, Kinos, Arbeitsplätze, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen können im Sommer auf nicht weniger als 27 Grad gekühlt und im Winter auf maximal 19 Grad geheizt werden. Außerdem sollte die Beleuchtung in ungenutzten Büros, Schaufenstern und Denkmälern nach 22 Uhr ausgeschaltet werden.

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Um ehrlich zu sein, war ich heute Morgen um 7 Uhr etwas verlegen, als die Nachricht bekannt wurde. Dass die Spanier jetzt per Gesetz drastisch Energie sparen – aus Solidarität mit Europa. Auf diese Solidarität wird ein Land in Europa besonders angewiesen sein. Wir! Wir Deutschen werden nicht genug Benzin haben – und wenn es ganz schlimm wird, haben wir im Winter vielleicht auch nicht genug Strom.

Und das nicht wegen irgendeiner Naturkatastrophe, sondern wegen der Fehlentscheidungen deutscher Politiker in den letzten Jahren. Wir produzierten gut mit dem billigen Gas aus Russland – und die damalige Regierung akzeptierte, dass wir uns komplett von einer Diktatur abhängig gemacht hatten.

19 Grad Raumtemperatur in Spanien

Das war falsch – deshalb brauchen wir jetzt vor allem die Hilfe anderer Europäer. Und deshalb müssen wir in der Tat jetzt solche Energiespargesetze einführen: Strom sparen bei Klimaanlagen und Beleuchtung, im Herbst auch beim Heizen.

Wohnungsbaugesellschaften fordern seit Wochen Klarheit, damit sie Heizungen entsprechend drosseln können. Bei 19 Grad zum Beispiel wie die Spanier.

Stattdessen verkündete der SPD-Wohnungsminister – übrigens unisono mit dem bayerischen Ministerpräsidenten von der CSU: “Der gesetzlich angeordnete Baustopp” sei sinnlos. In den Wohnungen muss es mindestens 20 Grad bleiben, sonst ist die Gesundheit der Deutschen gefährdet.

Stück für Stück statt Klarheit

Offenbar sind die Spanier gesünder, sie bestehen mit 19 Grad – und das legal. Wir haben die üblichen Kleinigkeiten: Hier senkt der Pool die Temperatur um ein Grad, dort leuchtet ein öffentliches Gebäude abends nicht mehr – alles auf freiwilliger Basis. Reicht dies nicht aus, “werden notfalls rechtliche Maßnahmen ergriffen”, sagt Wirtschaftsminister Habek.

Die Spanier machen das anders. Sie warten nicht, bis die Not am größten ist, sie entscheiden jetzt. Und genau das erwarte ich von der Bundesregierung.

Kommentar: Spanien spart uns Energie. Und wir?

Evie Seibert, ARD Berlin, 02.08.2022 16:06 Uhr

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