Aktualisiert8. August 2022, 06:18 Uhr
„Nadelstich“: „Ich war fassungslos“ – Schweizer mit Spritze in Spanien angegriffen
Julian G. aus Zürich fürchtet um seine Gesundheit. Nach eigenen Angaben wurde der 24-Jährige am Wochenende Opfer einer Nadelstichattacke.
aus
Lyn Sachs
Monira Djurdjević
1/4
Julian G., 24, aus Zürich, wurde kürzlich Opfer einer Nadelstichattacke.
Im Vertrauen
Mysteriöse Injektionsattacken häufen sich seit Anfang April in Clubs und Bars in Frankreich.
Pixabay
Opfer klagen nach dem Stich über Übelkeit, Schwindel und Schmerzen. Bisher gibt es jedoch keine registrierten Fälle von sexueller Gewalt.
Getty Images
-
Mysteriöse Attacken mit Spritzen oder Nadeln im Ausland werden immer häufiger.
-
Erst kürzlich sind in Spanien Fälle von sogenannten „Nadelstichen“ bekannt geworden.
-
Unter den Opfern ist auch ein Schweizer.
Bisher war das Phänomen aus Frankreich und Großbritannien bekannt: Menschen wurden während einer Party mit Spritzen angegriffen. Der sogenannte „Nadelstich“ hat Spanien bereits erreicht. Unter den Opfern ist auch ein Schweizer. „Ich war am Samstagabend in einem Club in der Nähe von Malaga und nachdem ich auf der Terrasse geraucht hatte, wollte ich zurück in den Club. In der Menge habe ich plötzlich Stiche am Arm gespürt und zwei Einstichstellen gesehen“, sagt der 24-jährige Julian G.* Innerhalb kürzester Zeit war der Platz rot und brannte. „Mir wurde auch schwindelig. Ich war so krank, dass ich kaum sprechen oder zuhören konnte.”
Nachdem der Zürcher die Sicherheitsbehörden kontaktierte, aber nicht ernst genommen wurde, entschloss er sich, noch am selben Tag in die Schweiz zurückzukehren. „Ich habe meinen Urlaub um eine Woche verkürzt, um mich im Universitätsspital Zürich untersuchen zu lassen. Dort wurde ein Bluttest gemacht. „Nach mehr als 15 Stunden waren jedoch keine Substanzen mehr nachweisbar“, sagt Julian. Als vorbeugende Massnahme erhielt der Zürcher zwei Medikamente, die zur Behandlung und Vorbeugung von HIV eingesetzt werden. „Ich mache mir Sorgen und mache mir Sorgen um meine Gesundheit. Deshalb möchte ich auf das Problem aufmerksam machen und andere warnen.”
Das Universitätsspital Zürich konnte zu dem Fall keine Angaben machen. Eine Anfrage an den Klub aus Malaga blieb unbeantwortet.
Im Kanton Waadt wurden zehn Fälle gemeldet
In der Schweiz wurden der Kantonspolizei Waadt rund zehn Fälle gemeldet, die teilweise zu Strafanzeigen führten. Die Tests ergaben jedoch keine Hinweise auf Toxine oder Drogen, so ein Sprecher. Ein Grund dafür kann sein, dass manche Wirkstoffe erst wenige Stunden nach der Injektion nachweisbar sind. „Betroffene sollten daher schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, um zeitnah eine Blut- und Urinprobe zu entnehmen. Zudem muss die Injektionsstelle untersucht und fotografisch dokumentiert werden», sagt Thomas Kramer, Professor für Forensische Pharmakologie und Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich.
Nach Anzeige des Opfers muss dann über die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung in einem forensischen Institut angeordnet werden. Dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich liegen laut Kremer derzeit keine Fälle vor. Es ist jedoch wichtig, dies zu melden und Informationen zum Thema bereitzustellen, damit mögliche Verdachtsfälle gemeldet werden.
Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Nadelattacken.
*Der Name ist der Redaktion bekannt
Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr
Mit dem täglichen Update bleiben Sie über Ihre Lieblingsthemen informiert und verpassen keine News mehr zum aktuellen Weltgeschehen. Holen Sie sich jeden Tag das Wichtigste kurz und prägnant direkt in Ihr Postfach.
Add Comment