Eine noch teurere Stadt in Europa Münchens Preise übertreffen jetzt die von London
26.08.2022, 05:19
Es heißt, das Leben in München sei teuer. Aber eine neue Studie von Deloitte zeigt, dass es sogar noch teurer ist als eine Stadt, die für ihre exorbitanten Preise bekannt ist: London. Die Unternehmensberatung gibt zudem eine Prognose für die Entwicklung des Immobilienmarktes in Deutschland ab.
Mieten und Immobilienpreise in Deutschland werden nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Deloitte im kommenden Jahr weiter steigen. Für Käufer ist München mittlerweile nach Paris und vor London die zweitteuerste Stadt Europas. Laut Deloitte ist die „Neubautätigkeit in Deutschland im europäischen Vergleich noch immer unterdurchschnittlich“.
Für die Branchenumfrage verglichen Experten Daten aus 68 ausgewählten Großstädten in 23 europäischen Ländern. Immobilienleiter Michael Muller sagte, die Baupreise seien in ganz Europa gestiegen. Unterbrochene Lieferketten und knappe Baumaterialien haben die Risiken bei der Planung und Ausführung von Bauprojekten erhöht. Der Arbeitskräftemangel und die allgemeine Inflation trieben die Baupreise weiter in die Höhe.
Ein Anstieg der Zinssätze könnte jedoch die Nachfrage bremsen und die Preise erhöhen. Laut Deloitte mussten Käufer einer Neubauwohnung in München im vergangenen Jahr durchschnittlich 10.500 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Allein Paris war mit 13.462 Euro noch teurer. London, Oslo und Frankfurt liegen mit rund 8.400 Euro deutlich darunter, Amsterdam (7.600 Euro) und Kopenhagen (7.300 Euro). Laut Deloitte zahlten Käufer in Hamburg 6.900 Euro pro Quadratmeter und in Berlin 6.500 Euro.
Es ist billig in Bulgarien
Gut läuft es dagegen in den bulgarischen Städten Varna und Burgas am Schwarzen Meer: Neue Wohnungen gibt es dort im Schnitt für rund 900 Euro pro Quadratmeter.
Auch bei den Monatsmieten ist Paris mit durchschnittlich 29,10 Euro pro Quadratmeter am teuersten, gefolgt von Oslo, London und Amsterdam. München ist Zehnter mit 18,90 Euro. Die durchschnittliche Quadratmetermiete beziffert Deloitte mit 15,90 Euro für Frankfurt, 14,30 Euro für Berlin und 13,60 Euro für Hamburg.
Beim Bestand liegt Deutschland mit 43,1 Millionen Wohnungen im oberen Drittel, das sind rund 51.800 Wohnungen je 100.000 Einwohner. Allerdings sieht Deloitte noch Potenzial im Neubau: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur 372 Wohnungen pro 100.000 Einwohner fertiggestellt und nur 299 neue begonnen.
In vielen europäischen Ländern machte sich die solidarische Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar, insbesondere in Polen, der Slowakei und Ungarn. „Für das zweite Quartal 2022 ist das Angebot auf den Mietmärkten entsprechend zurückgegangen, da viele der zur Vermietung stehenden Wohnungen von ukrainischen Flüchtlingsfamilien genutzt werden“, heißt es in der Studie.
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