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Der Künstler Gottfried Kumpf ist im Alter von 91 Jahren gestorben

„Mit Gottfried Kumpf verlieren wir einen herausragenden Allrounder, aber auch einen humorvollen und sehr sympathischen Menschen“, sagte Andrea Mayer (Grüne), Staatssekretärin für Kunst und Kultur, bei der Todesnachricht. „Als Grafiker, Maler, Bildhauer, Architekt und Illustrator war er ein erfolgreicher Botschafter österreichischer Kunst weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Er schuf eine eigene, unverwechselbare Bildsprache und berührte und bewegte seine Werke auch nach seinem Tod.“ Wiens Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hassler (SPÖ) nannte ihn „einen unermüdlichen Künstler, dessen unverwechselbarer Stil stets das Positive und Lebendige betont -bestätigend, erfreut und berührte viele Menschen’.

ÖVP-Kultursprecherin Maria Großbauer nannte Kumpf „einen äußerst vielseitigen Künstler, der vor allem durch seine Skulpturen Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit erlangte. Unverwechselbar sind auch seine Gemälde, die er in seinem eigenen naiven Stil malt.“ Sorrows und die Naturschutzorganisation WWF Österreich. „Gottfried Kumpf war ein einzigartiger Künstler und leidenschaftlicher Naturschützer. In seiner Arbeit hat er diese beiden Aspekte oft kombiniert und damit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Naturschutzes in Österreich geleistet“, sagt Geschäftsführerin Andrea Johannides.

Gottfried Kumpf wurde am 29. November 1930 in Annaberg-Lungötz, Salzburg, geboren. Nicht nur, dass 2005 ein Wanderweg nach ihm benannt und im Jahr darauf der „Eulenbrunnen“ gebaut wurde, Kumpf entwarf 2019 die „Kumpfgondel“ für die Donnerkogelbahn. Inzwischen machte die Gemeinde ihren ältesten Sohn zum Ehrenbürger, obwohl Kumpf seinen antrat künstlerische Karriere anderswo.

Nach dem Abitur in Schärding und einem Medizinstudium widmete sich der Sohn eines Landarztes ganz der Malerei. Ab 1965 war Kumpf als freischaffender Künstler tätig. Nach mehreren Jahren in Wien zog Gottfried Kumpf 1968 mit seiner ersten Frau, der akademischen Künstlerin und Gobelinweberin Maria Plachki, ins Burgenland. Das Paar ließ sich in Breitenbrunn nieder, wo es den Streckhof aus dem 17. Jahrhundert restaurierte.

1970 wagte Kumpf auch den Schritt ins Filmgenre und stand neben Helmut Kwaltinger in Bernhard Vickys Spielfilm Das falsche Gewicht in Ungarn vor der Kamera. Im Zuge der Dreharbeiten entstanden mehrere Gemälde zu einzelnen Filmszenen. In den frühen 1970er Jahren fertigte er seine ersten skulpturalen Arbeiten an, darunter einen Sandsteinbrunnen.

Dies ist auch die Zeit, in der die ersten „Asozialen“ geboren wurden, was auch in vielen seiner Gemälde zu sehen ist. Auf Kumpfs Website heißt es über sie: “Asozial in diesem Sinne bedeutet nicht negativ und bedeutet, dass er als Einzelgänger neben der Gesellschaft existiert.” Gleichzeitig entstanden die ersten Lithographien und Radierungen. Außerdem gibt es immer wieder Kinderbücher, die Kumpf illustriert hat: zum Beispiel „Ruzzitu“ von Dietmar Schönherr oder Werke von Thomas Brezina (u. a. „Dicke Freunde“ oder „Abu“).

Zahlreiche Kooperationen und gemeinsame Projekte folgten: Gemeinsam mit Gerhard Tötschinger entstand das Rätselbuch Der Ring des letzten Kaisers. Seine charakteristische rote Sonne findet sich auch auf dem Cover von Tony Strickers Platte „Erdverbunden“. Für die ORF-Produktion „Wir waren Zwölf – Die Babenberger“ zeichnete sie die Zeichentrickfiguren.

Seine Liebe zum Burgenland drückte Kumpf 1980 auch durch die Teilnahme an einer Aktion zur Rettung des Naturschutzgebiets „Lange Lacke“ aus: Sein Gemälde „Löffler über der Langen Lacke“ wurde als Plakat verkauft und wurde zu einem der bekanntesten Werke des Künstlers. Mit der ersten von ihm gestalteten Briefmarke 1983 zollte er auch seinem Wahlbundesland Tribut („Abendsonne über dem Burgenland“), weitere Serien folgten, unter anderem zur Olympiade 1996 von Alfred Komarek, in den Folgejahren die Bücher „ Homage to Austria“ und „Sternbilder“ erschienen ebenfalls mit Texten des Autors.

Kumpf begann 1989 das Wiener Stadtbild zu prägen, als er beauftragt wurde, Stahlskulpturen für den Wiener „Adventszauber“ zu entwerfen, der 16 Jahre lang Teil des Konzepts blieb. Die erste von vielen großen Bronzeskulpturen im Tiergarten Schönbrunn in Wien war 1990 ein Nilpferd, gefolgt von Pandas und einem „Froschkönig“. 2004 wurde vor dem Naturhistorischen Museum in Wien ein bronzener Elefant aufgestellt.

In den 1990er Jahren wandte sich Kumpf der Architektur zu. So gestaltete er beispielsweise den Fernbahnhof Göttlesbrunn samt Restaurant und Hotel und für die Wiener Wasserversorgung gestaltete er den Vorplatz der Bisamberger Wasserstraße als Skulpturenpark. 1993 schuf er für die Seefestspiele Mörbisch die Szenografie „Der Zigeunerbaron“. Mit der Therme in Stegersbach realisierte er einen weiteren Großauftrag.

1990 wurde Gottfried zum Professor berufen. 2003 wurde ihm anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des WWF Österreich vom damaligen Direktor des Tiergartens Schönbrunn, Helmut Pehlaner, die Living Planet Medaille verliehen. 2005 erhielt er das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse“.

(DIENST E – )