Germany

Verdacht auf Mikrofonausfall: AfD-Politiker hofft auf “dramatischen” Winter

Mutmaßlicher Mikrofonausfall AfD-Politiker hofft auf „dramatischen“ Winter

07.09.2022, 18:21 Uhr

Bei einer AfD-Veranstaltung gibt es Mikrofonprobleme. Der AfD-Abgeordnete Harald Weil, der von der Energiekrise auf drastische Konsequenzen hofft, bricht aus. Weyel erklärt sich dann, aber seine Worte erinnern an einen früheren Vorfall.

Äußerungen des AfD-Abgeordneten und Parteivorstands Harald Weyel haben in Berlin für Diskussionen gesorgt. Hintergrund ist eine angebliche Fehlfunktion des Mikrofons bei einer AfD-Veranstaltung am Dienstagabend zum Thema Energiekrise. Nach der Veranstaltung postete der CDU-Abgeordnete Johannes Steiniger einen 22-sekündigen Clip auf Twitter und Facebook.

Darin ist Weyel zu sehen und zu hören, wie er mit einem anderen Kandidaten spricht und auf seine Aussage reagiert, dass es dramatisch werden wird: „Man muss sagen, ich hoffe es, oder? Wenn es nicht dramatisch genug ist, dann geht es weiter.“ Auf Facebook schrieb Steiniger: „Die AfD ist eine Gruppe unpatriotischer Deutschlandhasser. Gestern Abend übertrug die AfD-Fraktion eine Live-Veranstaltung und ließ am Ende “dummerweise” die Mikrofone an. Wir hören, dass der Abgeordnete Weyel hofft, dass die Situation im Winter sehr dramatisch wird. Nur wenn es Deutschland schlecht geht, geht es der AfD gut!”

Justizminister Marco Buschmann twitterte: „Während sich die Koalition gerade auf ein Hilfspaket geeinigt hat, hofft die AfD auf eine dramatische Situation im Winter.“ Das zeigt einmal mehr das wahre und beschämende Gesicht der AfD: Sie hat nicht das geringste Interesse daran, etwas für die Menschen in diesem Land zu tun.“

Weyel sagte auf Nachfrage: „Ich wollte meiner Befürchtung Ausdruck verleihen, dass erst eine Verschärfung der drohenden Krise dazu führen wird, dass die Politik endlich die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise ergreift. Das heißt natürlich nicht, dass ich an eine Vertiefung der Krise denke.“

Steinigers Satz “Eine Alternative zu Deutschland wird nur gut, wenn Deutschland schlecht abschneidet!” erinnert an Schlagzeilen von vor zwei Jahren: Damals hatte die AfD-Bundestagsfraktion ihren ehemaligen Pressesprecher Christian Luth rausgeschmissen. Hintergrund war eine TV-Dokumentation, in der ein nicht wiederzuerkennendes Mitglied der AfD mit den Worten zitiert wurde: „(…) je schlimmer es in Deutschland steht, desto besser für die AfD.“ Der damalige Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland hatte gesagt: „Die Herrn Lute zugeschriebenen Äußerungen sind völlig inakzeptabel und in keiner Weise mit den Zielen und der Politik der AfD und der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag vereinbar.“