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Long Covid scheint mit einem Restvirus in Verbindung zu stehen

Für die Studie, die soeben in der renommierten Fachzeitschrift Gastroenterology veröffentlicht wurde, kam Tilg auch auf weitere bemerkenswerte Erkenntnisse: Bei 32 Patienten, also rund 70 Prozent, werden durchschnittlich 7,3 Monate nach der Kroneninfektion noch Virusbestandteile oder Virusrückstände gefunden Schleimhaut des Dünn- oder Dickdarms, in über 50 Prozent noch virales Protein.

Es wurden auch Bluttests durchgeführt, um die Reaktion von Antikörpern auf das Virus zu messen. „Patienten mit den meisten Viren im Gewebe haben weniger Antikörper“, sagte er.

Kein Beweis, aber ein Hinweis

„Das alles ist kein Beweis, aber ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass der Körper offensichtlich ein Problem hat, diese viralen Bestandteile endgültig auszuscheiden“, so der Mediziner. Bis heute hat die Medizin die genaue Ursache dafür noch nicht herausgefunden und wie die Bestandteile vollständig gelöscht werden können. Übrigens gibt es noch andere Viruserkrankungen, bei denen Ähnliches vermutet wird, aber die seien viel seltener, sagt Tilg.

Generell lag es nahe, eine solche „Patientengruppe“ für die Studie heranzuziehen. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder ein Gastroskopie-Instrument sind dafür praktisch vorbestimmt, da eine solche Untersuchung bei diesen Patienten immer wieder notwendig ist. Jedenfalls kann man in kein anderes Organ so einfach – und mit verhältnismäßigem, berechtigtem Aufwand – „eintreten“. Tilg betonte, dass es dafür keine Hinweise gebe, aber es sei auch offensichtlich, dass solche Virusrückstände auch in anderen Organen wie Lunge, Niere oder Leber vorhanden sein könnten.