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„Sie sind am Rande“: Ein Familienvater betreibt das „Hart aber fair“-Studio.

Am Montagabend machte Moderator Frank Plasberg die Rekordinflation in Deutschland zum Thema seiner Sendung „Hart aber fair“. Der Familienvater Jens Dizinger gab einen ausführlichen Einblick in das Portfolio seiner Familie. Während er gezielt auf das Versagen der politischen Maßnahmen hinwies, warnte ein ARD-Börsenexperte vor einem “Jahrzehnt der Inflation”.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise stark gestiegen: Brot und Brötchen sind um zehn Prozent teurer geworden, Butter um fast ein Drittel teurer, Benzin um 48 Prozent und Tomaten um 51 Prozent. Die Deutschen erleben überall eine Inflation von 7,4 Prozent. Besonders betroffen sind diejenigen, die bereits wenig haben.

Das ist das Motto von „Hart, aber fair“

Das Monatsende ist noch nicht in Sicht, aber das Geld wird schwerer: So empfinden immer mehr Menschen in Deutschland steigende Preise. Ob Supermarkt oder Tankstelle – überall wird es teurer. Werden alltägliche Lebensmittel bald zu Luxusgütern? Sind staatliche Hilfspakete mehr als nur ein Strohfeuer? Und wird der starke Anstieg der Löhne in naher Zukunft zu noch höheren Preisen führen? Darüber diskutierte Plasberg mit seinen Gästen am Montag, 23.

Das sind die Gäste

Jens Dizinger: Der fünffache Familienvater berichtet von finanziellen Schwierigkeiten seiner Familie aufgrund steigender Preise: „Wir als Familie stehen wirklich vor Einsparungen und Zwängen“, sagte er. In einer solchen Krise muss der Staat mehr für seine Bürger tun. „Allein für Lebensmittel geben wir monatlich 260 Euro mehr aus“, sagt er. Es sei hart, wenn “es noch so viele Monate bis zum Ende des Geldes sind”.

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Christian Dürr (FDP): Der FDP-Fraktionsvorsitzende verteidigte die Ampel: „Wir haben bereits eine Entlastung von 37 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, die vielen Menschen zugute kommen wird.“ Der Staat kann nicht anfangen, die Preise zu regulieren. „Ich hoffe, dass die Mineralölkonzerne das, was sie jetzt einsparen, an die Verbraucher weitergeben“, sagte Durr. Der Staat hat knapp 16,9 Milliarden zusätzliche Inflationseinnahmen, lindert aber 37 Milliarden.

Gita Koneman (CDU): „Der Staat verhält sich derzeit wie ein Almosen gebender Wirt“, sagte die Vorsitzende der Wirtschafts- und Mittelstandsunion verärgert. Jetzt brauchen die Bürger keine kleinen Geschenke, sondern echte Erleichterung. “Der Staat kann sich die ganzen Preiserhöhungen nicht leisten”, räumte Koneman ein. Was die Ampel bisher auf den Tisch gebracht hat, ist Flickenteppich. Sie müssen mit der Einkommensteuer beginnen.

Jürgen Hinkelmann: Der Bäckermeister berichtet: „Preissprünge sind für uns Unternehmer schwierig. Jetzt gibt es verständlicherweise Lohnforderungen.“ Wenn die Dinge so liefen, würden einige Unternehmen keinen Erfolg haben. Er selbst wird im Sommer die Preise wieder anheben müssen. Gleichzeitig stellte Hinkelmann fest: „Wurden früher acht Rollen gekauft, werden jetzt sechs gekauft.“ Als Unternehmer können Sie den Anbieter nicht mehr nach dem Preis fragen. „Wir sind froh, wenn wir überhaupt etwas bekommen“, sagte er mit Blick auf Versorgungsprobleme.

Anya Kohl: „Diese Inflation wird bleiben“, sagte die ARD-Börsenexpertin. Davon sollte man sich nicht täuschen lassen. „Gesellschaftlich ist es sehr bedrohlich, weil es alle ein bisschen ärmer macht“, sagte Cole. Deutschland tritt in ein Jahrzehnt der Inflation ein, das die Schwächsten der Gesellschaft trifft. “Es ist eine soziale Anstrengung, die Inflation einzudämmen”, sagte Cole. Die Europäische Zentralbank, Politik und Tarifparteien sind gefragt.

Das ist der Moment des Abends

Der Moment des Abends gehörte dem fünffachen Vater Jens Dizinger. Der Einblick, den er über seine familiäre und finanzielle Situation gab, vermittelte dem Zuschauer eine ganz andere Vorstellung von der Wirksamkeit politischer Hilfsmaßnahmen – das berührte das Studio. „Jetzt kommt der Zeitpunkt, an dem ich noch weniger Auto fahre“, gab Dessinger zu.

Seine Söhne spielten Fußball, sie würden erwachsen werden. Er musste fragen: „Vielleicht schieben wir die Stiefel noch einen Monat?“ Die Kinder sagten zu Weihnachten: „Ein, zwei Geschenke reichen, Hauptsache im Sommer an die Nordsee“, sagte er. Er kritisierte die Entlastungsmaßnahmen – mit einem 9-Euro-Ticket könne er nicht knapp zwei Stunden zur Arbeit fahren, nach Steuern bleibe ihm “vielleicht eine Extra-Tankfüllung” aus den Festpreisen.

Das ist das Rededuell des Abends

Natürlich gab es nicht viel Streit. ARD-Journalistin Anya Kohl war von den Ausschreitungen betroffen. Auf die Frage, ob die Kürzung im Tank wirklich bei den Verbrauchern ankomme, sagte der Mann von der FDP Dur. – Es gibt keine Garantie. Er fängt lieber mit direkten Steuern an, aber jetzt überwacht das Kartellamt die Mineralölkonzerne. „Wenn es Absprachen gäbe, dann wäre das ein Verstoß gegen das Kartellrecht“, sagte er. Der Umzug sei “die einzige Möglichkeit”, die Passagiere an der Tankstelle zu entlasten.

Journalist Kohl dementierte vehement: „Die Wahrheit ist, Herr Durr, dass der Kartelldienst diesen Anstieg der Energie- und Spritpreise wochen- oder monatelang beobachtet.“ Immer wieder verwies er auf eine unklare Rechtslage. Hohe Kraftstoffpreise hätten nichts mehr mit hohen Ölpreisen zu tun. Eine angekündigte Änderung gab es im Kartellamt nicht. “Bis jetzt ist nichts passiert”, kritisierte sie.

So hat es Frank Plasberg gemacht

Plasberg war in seiner Moderation ungewöhnlich ruhig und analytisch, provokative Töne waren am Montagabend kaum zu hören. Das war dem Thema angemessen. „Wer kann das kontrollieren, wer sind die Akteure?“, fragte er etwa in Bezug auf die Inflation und „Kann der Staat Preiserhöhungen immer kompensieren?“

Plasberg schaffte es auch, das Thema für das Publikum klar zu brechen. „Der eine geht auf die Deponie, der andere in den Kühlschrank“, veranschaulicht Plasberg. Dass er dem Studiogast Jens Dizinger viele Minuten zu Wort kommen ließ, kam ebenfalls gut an.

Das ist das Ergebnis von „Schwierig aber fair“

Einer bemerkte: Es sei wichtig, dass Politiker und Bürger in den direkten Dialog miteinander treten. Die Schwächen der politischen Maßnahmen werden erst deutlich, wenn man sie mit der Lebenswirklichkeit einer deutschen Familie vergleicht. Wichtig ist dann nur, dass sich Politiker nicht auf Lagerschlachten, Phrasen oder Parteistreitereien einlassen – sondern wirklich zuhören.

Verwendete Quellen:

  • ARD: „Schwierig aber fair“ vom 23. Mai 2022

Aktualisiert am 24.05.2022 um 16:54 Uhr

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