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Kindergärten in Wien: Die Justiz hat immer wieder Sachverständigengutachten eingeholt

An . – 08.06.2022 12:43 (akt 08.06.2022 12:43)

Behördensprecherin Nina Busek sagte, die Justiz habe wiederholt auf einem Bericht über einen Kindergarten in Wien bestanden. © APA / HERBERT NEUBAUER (Symbolbild)

Ungewöhnlich lange musste die Staatsanwaltschaft auf ein Gutachten zum ersten bekannt gewordenen mutmaßlichen Fall von möglichem sexuellen Missbrauch in einem städtischen Kindergarten in Wien-Penzing warten. Infolgedessen verzögerten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Justiz bestand wiederholt auf dem Bericht.

„Wir haben mehrfach auf den Bericht bestanden“, sagte Regierungssprecherin Nina Busek am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Länger als ein Jahr auf eine psychiatrische Untersuchung zu warten, sei “ungewohnt”.

Monatelang warteten Staatsanwälte vergeblich auf Gutachten

Im Frühjahr 2021 erhielt der Gutachter einen gerichtlichen Beschluss zur Beurteilung der Zeugen- und Aussagefähigkeit eines dreijährigen Mädchens, das möglicherweise von einer Erzieherin des Penzinger Kindergartens angegriffen werden musste. Im April 2021 führte der Gutachter im Rahmen eines Gutachtens ein Interview mit dem Mädchen. Die Staatsanwaltschaft wartete daraufhin mehrere Monate vergeblich auf das schriftliche Ergebnis ihrer Einschätzung, von dem der weitere Verlauf der Ermittlungen abhängt. Zum Alter des betroffenen Kindes enthielten sie sich der Aussage: “Wir wollten einfach nicht damit rechnen, dass ein dreijähriges Kind noch einmal zur Befragung aufgefordert wird.”

Vorlage des Berichts auf Drängen der Justiz

Die überfällige Anzeige wurde kürzlich bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Wie der ORF kürzlich berichtete, muss er die Verdächtigen freilassen, sofern der Gutachter zu dem Schluss kommt, dass die Angaben des Dreijährigen für eine Verurteilung nicht ausreichen. Angeblich war die Kindergärtnerin nie allein mit dem Kind im Zimmer. Zur Einschätzung des Jugendhilfedienstes hieß es laut ORF in dem Bericht: „Durch die Befragung von Zeugen im Jugendamt MA 11 und den daraus resultierenden Sachverhalten können Vorwürfe nahezu vollständig ausgeschlossen werden.“

Neue Berichte zum Wiener Kindergarten werden von der Staatsanwaltschaft erwartet

Der unter Missbrauchsverdacht stehenden Erzieherin wird jedoch vorgeworfen, drei weitere Kinder missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat zudem ein Gutachten über die Möglichkeit und Möglichkeit der Auskunftserteilung zu diesen möglichen Opfern beauftragt – mit einem weiteren Sachverständigen für Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Das ging viel schneller“, sagte Staatsanwalt Busek. Ein Sachverständigengutachten wurde der Staatsanwaltschaft bereits übermittelt. Die Staatsanwaltschaft wartet derzeit auf die beiden anderen Berichte, die in naher Zukunft fertiggestellt werden sollen. Dann kommt es darauf an, ob und in welche Richtung das Ermittlungsverfahren gegen die Kindergärtnerin weitergeht.

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