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Streik im Hamburger Hafen: Schiffsstau entwickelt sich zum Supercrash! 150.000 Container stehen fest regional

Hamburg – Der Hafen steht still, weil Verdi es will!

Als wären Schiffsverspätungen, Bahnprobleme und volle Containerlager nicht schon schlimm genug, tut die Gewerkschaft besser daran, ihre Tarifforderungen für 12.000 Seehafenbeschäftigte durchzusetzen: Heute gibt es Streiks in großen Häfen!

Allein in Hamburg wären das 5.000 Hafenarbeiter. Die Spätschichten in den Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven sind von Warnstreiks betroffen. Aufgrund des hohen Organisationsgrades der Hafenarbeiter – etwa 70 Prozent sind gewerkschaftlich organisiert – erwarten Beobachter große Auswirkungen auf das Be- und Entladen von Schiffen.

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Al Murayykh von Hapag-Lloyd – auch er muss in Hamburg auf seine Ent- und Beladung warten

Foto: Dietmar Hassenpush

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Ein HHLA-Sprecher nannte den geplanten Streik inmitten der größten Logistikkrise “unverantwortlich”.

Verdi wandte sich unter anderem gegen Zehntausende von Docks, die Überstunden machten, auch verursacht durch völlig unausgeglichene Schiffsfahrpläne auf der ganzen Welt. Sie führen zu großen Staus im Deutschen Meerbusen.

Südwestlich von Helgoland schaukeln knapp 40 Schiffe in Warteposition, zehn von ihnen wollen die drei Terminals in Hamburg von HHLA-Chefin Angela Tizrat (56) ansteuern.

Auch ohne Streik warten nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel bereits 150.000 Container auf ihre Verladung in deutschen Häfen.

Was fordert Verdi vom Zentralverband Deutscher Seehafenunternehmen (ZDS) für 58 Tarifgesellschaften?

1,20 Euro mehr pro Stunde plus Inflationsausgleich (knapp acht Prozent). Festgeld für Containerpersonal von 3338 bis 4538 Euro.

„Fair“ nennt ZDS sein Angebot, das in zwei Schritten (bis 2023) bis zu sieben Prozent mehr Gehälter bietet, einmal 600 und 200 Euro mehr Zulagen. Am Freitag beginnt in Hamburg die dritte Tarifrunde.

„CSCL Saturn“ hat Dutzende Containerschiffe vor der Elbmündung, die auf grünes Licht warten

Foto: Dietmar Hassenpush

Riesige Verluste durch Schiffschaos

Nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) warten etwa ein Dutzend Großcontainerschiffe mit einer Kapazität von etwa 150.000 Standardcontainern in der Deutschen Bucht auf einen Besuch in Hamburg oder Bremerhaven.

Dramatischer ist die Lage vor den Häfen Rotterdam und Antwerpen. Die Staus der Containerschiffe in der Nähe von Los Angeles seien hingegen vollständig zurückgegangen, teilte das IfW mit.

Vor Shanghai und der benachbarten Provinz Zhejiang sind derzeit mehr als drei Prozent der weltweiten Frachtkapazität überlastet. Durch die Blockade in Shanghai gingen laut IfW bislang Exporte von bis zu 700 Millionen Euro aus China nach Deutschland verloren.