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Das Kraftwerk Mellach wird wieder auf Kohle umgestellt

Das Heizkraftwerk Mellach südlich von Graz war das letzte Kohlekraftwerk Österreichs. Im Frühjahr 2020 wurde dort letztmals Kohle zur Stromerzeugung genutzt – in Aus für Österreichs letztes Kohlekraftwerk (17.04.2020) umso mehr. Nun muss sie umgebaut werden, damit sie im Notfall wieder Kohle verbrennen kann, wenn nicht genügend Gas zur Verfügung steht – darauf habe sich die Bundesregierung mit dem Verbund-Konzern geeinigt, teilte das Bundeskanzleramt mit.

Gewessler: „Umstellung dauert Monate“

Die Transformation werde Monate dauern, sagte Energieministerin Leonore Gevesler (Grüne) im ZiB 2, der Verbund-Konzern funktioniere einwandfrei. Ziel sei es, die Abhängigkeit von Russland zu verringern, damit es nicht erpressbar sei, sagte der Minister. “Für Österreich wird es Jahre dauern.”

Infrastrukturminister Gevesler (Grüne) zur Gasversorgung

Infrastrukturministerin Leonore Gevesler (Grüne) sprach über die Gasversorgungssituation in Österreich. Bundeskanzler Karl Nechamer (ÖVP) hat am Sonntag das kleine Krisenkabinett einberufen, nachdem der russische Energiekonzern Gazprom etwa halb so viel Gas nach Österreich geliefert hatte wie sonst.

Am Sonntagmorgen gab die OMV bekannt, dass Österreich wie in den Vortagen etwa halb so viel Gas liefert wie sonst. Die Nachfrage nach Gas sei derzeit recht gering, aber die fehlenden Mengen könnten leicht durch Spotkäufe ersetzt werden, erklärte OMV. Die Gasversorgung ist sichergestellt, die OMV Gasspeicher in Österreich mit einer Gesamtkapazität von 25.289 GWh sind bereits zu 64 Prozent gefüllt.

Österreich speichert zunehmend Gas

Das Klimaschutzministerium betonte, dass Österreich Mitte Juni bereits 39 Prozent seines jährlichen Gasspeicherverbrauchs gespeichert habe und damit der zweitgrößte EU-Speicher sei. Die Speicherkapazität von rund 95 Terawattstunden (TWh) deckt den Bedarf für ein ganzes Jahr, womit Österreich eine der höchsten Speicherkapazitäten in der EU hat. In den Sommermonaten beträgt der Gasbedarf in Österreich etwa 4 bis 6 Terawattstunden, in den Wintermonaten 10 bis 12 Terawattstunden. Bis zum 1. November 2022 sollen die Speicher zu 80 Prozent gefüllt sein.

Gas mit einem Energieinhalt von mehr als 38 TWh wird derzeit in Gasspeichern in Österreich gespeichert – mit Ausnahme des Speichers Heidach, der nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen ist, sind es über 33 TWh.

Kriterien für Energiekontrollmaßnahmen

Gewesslers Kritik an der IHK, es gebe noch keine Notfallpläne für den Fall einer Gassperre, wurde zurückgewiesen: Kriterien für Energiesteuerungsmaßnahmen gebe es durchaus. Die Listen der betroffenen Unternehmen können jedoch nicht veröffentlicht werden. „Das sind öffentliche Unternehmen. Ich kann hier im Fernsehen oder in der Öffentlichkeit keines dieser Unternehmen nennen, das einen direkten Einfluss auf den Kurs der Börse hätte.“

Für die Einführung einer aufgeschobenen CO2-Bepreisung im Oktober seien alle Voraussetzungen geschaffen, sagte der Minister.