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Nach dem Antisemitismus-Skandal – Documenta berichtet über judenfeindliche Bilder – Politik

Nach deutlicher antisemitischer Kritik an den Kasseler Dokumenten ist das viel kritisierte Banner der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi abgedeckt worden.

Der Grund für das Cover: Das Team habe gemeinsam mit der Geschäftsleitung und dem Art Management “entschieden, das fragliche Werk zu covern und eine Erklärung einzubauen”, hieß es in dem Dokument am Montagabend.

Taring Paddy schreibt: „Unsere Arbeiten enthalten keine Inhalte, die darauf abzielen, irgendeine Bevölkerungsgruppe negativ darzustellen.“

Die Bilder im Bild von „Taring Paddy“ sind jedoch eindeutig antisemitisch.

► Teile des Bildes zeigen Juden als tierische Kreaturen mit Draculas Zähnen (und Seitenlocken) und SS-Runen auf ihren Hüten. Botschaft: Israel ist das Böse schlechthin. In einem anderen Bereich des Bildes ist ein Schwein mit Davidstern und der Aufschrift „Mossad“ auf dem Kopf zu sehen. Die mittelalterliche Tradition, Juden als Schweine darzustellen, hat sich hier offensichtlich fortgesetzt (wie etwa das Judenzau-Relief in der Wittenberger Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert).

Auffällig: Am Tag der Pressetour (15. Juni) war das Bild noch nicht fertig. An dieser Stelle wurde lediglich das Gerüst errichtet, auf dem schließlich die Fahne montiert wurde.

Seit Samstag hängt es auf dem Friedrichplatz in Kassel: ein Gemälde der indonesischen Band Taring Paddy, ein verstecktes Objekt des Judenhasses. Foto ist bereits verdeckt Foto: Kurt Heldman Judenhass auf der Documenta Foto: Twitter/nathan_giwerzew, Twitter/documenta__

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, 66, kritisierte am Samstag deutlich den berüchtigten israelischen Boykott der Documenta, der in diesem Jahr Künstler aus Israel (und keinen anderen) blockiert, hielt sich aber nicht zurück, um seine Eröffnungsrede zu halten.

Stattdessen wünscht er sich mehr Dialog zwischen den Kuratoren der Ausstellung, jüdischen Vereinen in Deutschland und israelischen Beamten. Ein Dialog, der zuvor von den Organisatoren abgelehnt wurde und sagte, der Vorwurf des Antisemitismus sei rassistisch.

Mehrere Mitglieder von Ruangrupa, wie es die indonesischen Kuratoren nennen, bekennen sich offen zu BDS (“Boycott, Deprivation and Sanctions”), einer internationalen Hasskampagne, die mehr oder weniger offen zur Vernichtung Israels aufruft und den Terror gegen die Israelis verherrlicht.

Ein Bundestagsbeschluss von 2019 sieht vor, dass sie nicht mit Steuergeldern finanziert werden sollen. Ausgerechnet die jetzige Kulturministerin Claudia Roth stimmte gegen diese Entscheidung.

Elio Adler, Leiter der NGO WerteInitiative eV, sagte: „Der eigentliche antisemitische Skandal auf der Documenta ist nicht, dass selbsternannte BDS-Anhänger antisemitische Geschichten verbreiten. Der Skandal ist, dass es im Voraus vorhersehbar war. Viele Stimmen, darunter auch Juden, warnten, aber die Verantwortlichen beließen es bewusst dabei. Jetzt gilt es, schnell zu handeln und Konsequenzen zu ziehen.“

Der DIG-Präsident wandte sich gegen den Staatsanwalt

DIG-Präsident Walker Beck reagiert – und schließt die Staatsanwaltschaft ein! Beck sagte zu BILD: „Gemessen an den Maßstäben des Bundesgerichtshofs für Judenzau in Wittenberg ist die Arbeit der Kunstgruppe Taring Paddy ein Rechtsverstoß. Mit der Darstellung von Mossad-Juden und Schweinen wurde auch gleich der Geltungsanspruch und die Achtung jedes in Deutschland lebenden Juden angegriffen. Die Identifizierung eines Juden mit einer Statue und einem Hut, der mit einer SS-Rune gekennzeichnet ist, verteufelt Juden im Allgemeinen.

Beck gegenüber BILD: „Da es die Kulturverantwortlichen in Bund, Ländern und Kassel versäumt haben, die Führung der Documenta zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Ausstellung zu bewegen, habe ich mich entschieden, den Fall an die Staatsanwaltschaften Berlin und Kassel weiterzuleiten.“

► Angesichts der Kontroverse am Vorabend der Ausstellung war Beck nicht überrascht, dass solche Motive in den Dokumenten auftauchen. „Niemand sollte bei der Arbeit überrascht werden. Wo BDS ist, da ist regelmäßig Antisemitismus drin“, so Beck weiter.