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Mario Goetze vor seinem Wechsel zu Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt: Das ergibt auf den ersten Blick Sinn

Mario Goetze und Roger Schmid – diese Zusammenarbeit hat in den letzten zwei Jahren Früchte getragen. Beim PSV Eindhoven, abseits der Bundesliga, gab Götze seiner Karriere in einer Sackgasse mit Hilfe des ehemaligen Leverkusener Trainers neuen Schwung.

Kein Wunder, dass es hartnäckige Gerüchte gab, dass der ehemalige BVB- und Bayern-Star seinem Trainer im Sommer nach Lissabon folgen wird, wo Schmid fortan den portugiesischen Rekordmeister Benfica coachen wird.

Jetzt scheint alles anders. Medienberichten zufolge ist Goethe auf dem Weg zurück nach Deutschland. Eintracht Frankfurt soll den Weltmeister von 2014 überzeugt haben – auch wegen seiner herausragenden Leistungen in der Europa League.

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„Ich kenne ihn nicht persönlich, aber vom Spielertyp her würde er perfekt zu uns passen“, mutmaßt SGE-Verteidiger Martin Hintegerger zu den Spekulationen vom Sonntag. Der Österreicher fügte hinzu: “Das ist genau das, was wir brauchen, das haben wir letztes Jahr an Amin Younes verloren.”

Merkmale Goethe versus Frankfurter Stil

Was die Eintracht laut Hinteger brauchte und was sie nach dem Abgang von Younes (im Januar in Saudi-Arabien verpflichtet) verlor: Spielfreude, überdurchschnittliche Technik, Ballsicherheit, manchmal Einfallsreichtum. Eigenschaften, die Götze zweifellos in sich vereint, Qualitäten, die auf den ersten Blick nicht unbedingt dem Anforderungsprofil in Frankfurt entsprechen.

Bei Schmid in Eindhoven spielte Goetze die Rolle des klassischen Zehners im 4-3-3-System. Nur weil der PSV hinter Ajax Amsterdam nominell das beste Team der Eredivisie hatte, bekam Schmids Team die Rolle des Designers. Ein Umstand, dem Goethe begegnet ist. Mit allen Freiheiten ausgestattet, gibt er das Tempo vor, gibt dem Offensivspiel Struktur und Kreativität, findet Lücken in eng verteilten Abwehrreihen.

Mario Götze

Foto: Getty Images

Aber Frankfurts Spiel ist das Gegenteil. Anders als der PSV tritt die Eintracht normalerweise nicht als Spielmacher auf. Trainer Oliver Glasner nutzte sein 3-4-2-1-System, um hoch anzufangen, den Ball früh zu erobern und schnell umzuschalten. Dementsprechend liegt der Fokus nicht auf der Mitte, sondern auf den Flanken, wo beispielsweise Philipp Kostic oder Ansgar Knauf den Gegner konstant unter Druck setzen und bei Überwindung sofort das Tempo erhöhen.

Goethes Stellung in Frankfurt existiert nicht

Mit anderen Worten: Die Eintracht lebt von der Dynamik, Brisanz und Stärke des Zweikampfes, nicht aber von Virtuosität. Die Rolle des kreativen Genies à la Götze ist in Glasners Formation nicht vorgesehen. Vor allem in der Champions League, wo die Hessen dank des Triumphs in der Europa League erstmals vertreten sein werden, wird sich an der Herangehensweise nichts ändern. Frankfurt steigt als Außenseiter in die Königsklasse ein und wird sich im europäischen Schwergewicht auf Konter beschränken.

Warum versuchen die Verantwortlichen der Eintracht immer noch, Goethe zu finden, der eigentlich nicht (mehr) als physisches und gegenpressing „Monster“ bekannt ist? Bei aller Euphorie, die die Adler in den vergangenen Monaten zu Recht durch ihre Einsätze in der Europa League auslösten – in der Bundesliga endete mit Rang elf eine eher mäßige Saison.

Anders als in der europäischen Szene, wo Frankfurt auf starke und vermeintlich dominante Konkurrenten wie Real Betis, West Ham United oder den FC Barcelona treffen musste, gaben etliche nationale Gegner dem Glasner-Team den Ball, um Fantasie zu bescheren, spielerische Schwächen unermüdlich wieder offen zu legen wieder .

Götze und Eintracht: Deswegen kann es passen

Ihm fehlte eine helfende Hand, ein fantasievoller Spieler, der die Dinge beruhigte und neue Ansätze fand. Nur Daichi Kamada konnte eine solche Rolle erfüllen. Der technisch hochbegabte Japaner, der auf den Offensivpositionen eingesetzt wurde, wird Frankfurt höchstwahrscheinlich verlassen. Götze würde die Lücke füllen.

Zudem geht Frankfurt mit einer Verpflichtung kein riesiges finanzielles Risiko ein: Dem Vernehmen nach muss Goetze, dessen Vertrag eine Ausstiegsklausel enthalten muss, „nur“ eine Ablöse von vier Millionen Euro zahlen.

Beide Seiten könnten durchaus voneinander profitieren. Der SGE bekommt einen relativ günstigen Spieler mit internationaler Erfahrung (61 Champions-League-Spiele, 63 Länderspiele), der auch abseits des Platzes über einiges an Charisma verfügt. Goetze seinerseits erhält die Möglichkeit, seine positive Entwicklung in den großen Ligen weiter zu festigen und damit die Aufmerksamkeit der großen Klubs und von Bundestrainer Hansi Flick auf sich zu ziehen.

Goethes Chance auf der großen Bühne

„Ich habe mir immer die Mission gesetzt, dass ich unbedingt die Champions League gewinnen will. Das wäre etwas, was ich noch erreichen möchte“, sagte Goetze vor einigen Monaten in einem Interview mit Sports Illustrated.

Das dürfte trotz Frankfurts europäischer Erfahrung vorerst ein Traum bleiben, aber anders als PSV oder Benfica (beide müssen sich für die Champions League qualifizieren) ist die Teilnahme am prestigeträchtigsten Klubfußball-Wettbewerb in Maine Metropolis garantiert. Es gibt keine größere Bühne.

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