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Rasanter Anstieg der Insolvenzen von Unternehmen – steiermark.ORF.at

Geschäft

In den ersten beiden Jahren der Pandemie ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Steiermark deutlich zurück. Inzwischen sind sie laut Kreditbefürwortern aber wieder fast auf Vorpandemieniveau gestiegen.

22.06.2022 12.12

Heute online, 12.12

Staatliche Hilfen haben in den vergangenen zwei Jahren viele Insolvenzen gebremst – doch das erste Halbjahr 2022 wird offenbar die Stunde der Wahrheit bringen: Laut Kreditschutzverband von 1870 haben sowohl die Firmeninsolvenzen als auch die Privatinsolvenzen stark zugenommen.

79 Prozent mehr Insolvenzen als 2021

Die Unternehmensinsolvenz liegt um fast 79 Prozent höher als im ersten Halbjahr des Vorjahres – 259 Unternehmen in der Steiermark wurden insolvent erklärt. Damit haben die Unternehmensinsolvenzen fast wieder das Vorpandemieniveau erreicht. Die Verbindlichkeiten liegen laut KSV bei 92 Millionen – auch dieser Wert ist höher als im Vorjahr.

Auch wenn die Insolvenzzahlen in der Steiermark rasant steigen, führt dies in Österreich immer noch zum geringsten Anstieg im Bundesländervergleich: Der Insolvenzanstieg liegt bundesweit bei 118 Prozent. Die meisten Insolvenzen gibt es in den Branchen Handel, Bau und Tourismus oder Gastronomie – diese Branchen machen zusammen fast die Hälfte aller Unternehmensinsolvenzen aus.

Auch deutlich mehr Privatinsolvenzen

Auch die Zahl der Privatinsolvenzen ist seit Jahresbeginn gestiegen – um 57 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 auf 603 Fälle. Dementsprechend ist die Schuldenhöhe um mehr als 100 Prozent auf 87 Millionen Euro gestiegen. Hier liegt die Steiermark im Ranking Österreichs an zweiter Stelle.

Die Inflationswelle ist laut KSV übrigens nicht die Ursache für die große Zahl an Privatinsolvenzen – sondern eher eine Verzögerung durch staatliche Stützung, da sich steigende Preise erst mit Verzögerung in der zweiten Jahreshälfte niederschlagen werden .