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Achim Freier in Gutenstein: Das Theater und die Zauberinsel

Der ältere Herr, flink wie ein Jüngling, erklärt: „Diese Skulpturen führen das Publikum in das Zelt, wo die gleiche Atmosphäre herrscht. Wilde Malerei, die an Vögel, Blumen, Natur erinnert. Und dann gibt es Hass und Neid. Wie elend sieht die Welt ohne Phantasie aus! All das reizt einen Theaterbesucher: darüber zu sprechen – vom tiefsten Elend bis zur größten Euphorie. Machen wir also ein Welttheater. Mit ungewöhnlichen Mitteln.

Denn die Szene, über der Freires Portrait von Raimund schwebt, ist nicht sehr tiefgründig – und ohne Raffinesse: keine Züge, keine Versenkungen. Auch die Finanzen lassen keine komplexen Wirkungen zu. Deshalb ist es wichtig, „sparsames, sauberes, schlechtes Theater zu machen“, das dennoch überzeugend ist. Sehr einfallsreich. So haucht Freyer zum Beispiel Luftballons Leben ein.

Larissa Fuchs, Krishs Frau, spielt die Königin, Tiny Kainrath die poetische Fantasie. Und Krish die Nachtigall? Nein, sagt der Regisseur: „Ich habe kurz nachgedacht, denn was die Nachtigall sagt, ist sehr schön. Aber es ist nicht genug Kraft.“ Trotzdem musste er die gesamte Ausrüstung organisieren. Daher wird Eduard Wildner in einer Doppelrolle zu sehen sein.

Dass das Burgtheater anschließend The Bound Fantasy (Ende März 2023, Regie und Inszenierung: Herbert Fritsch) spielen wird, erfüllt ihn mit Genugtuung. Denn Krish verließ das Schloss, als der neue Direktor kam – und fand dann seine Heimat in der Josefstadt: „Ich bin dort sehr glücklich.“