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Affenpocken: Erster Fall in Deutschland von München bestätigt

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Erstellt: 21.05.2022, 04:50

Von: Martina Lippl

Trennung

Am 19. Mai 2022 hat das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München erstmals das Affenpockenvirus bei einem Patienten in Deutschland zweifelsfrei bestätigt. © picture alliance/dpa/Bundeswehr/Martin Bühler/UKHSA (Redaktion)

Die Bundeswehr hat in München den ersten Fall von Affenpocken in Deutschland bestätigt. Gesundheitsminister Lauterbach äußert direkt seine Einschätzung.

  • Affenpocken (Monkeypox): Das Auftreten von Affenpocken beim Menschen nimmt in Europa und Nordamerika zu.
  • Erster Fall in Deutschland: Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München hat am 19. Mai 2022 erstmals das Affenpockenvirus bei einem Patienten nachgewiesen.
  • Bei Erwachsenen verläuft die Infektion mit dem Affenvirus in der Regel mild.

Update vom 20. Mai, 17.10 Uhr: In Europa werden immer mehr Fälle von Affenpocken bekannt, in Deutschland wurde der erste Fall bereits offiziell bestätigt. Doch wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen und gibt es bereits einen Impfstoff?

Update 20. Mai, 15.40 Uhr: Dem ersten gemeldeten Affenpocken-Patienten in Deutschland geht es nach Angaben der Medizinischen Klinik Schwabing in München relativ gut. Der junge Mann sei „unmittelbar nach Auftreten der Symptome sehr verantwortungsvoll in ärztliche Betreuung gegangen, um andere vor einer Ansteckung zu schützen“, sagte Chefarzt Clemens Wentner am Freitag.

Mit leichten Schluckbeschwerden und Fieber hat er nur leichte Symptome und benötigt noch keine speziellen Medikamente. Der Affenpocken-Patient werde im Krankenhaus bleiben, weil er sich voraussichtlich in drei bis vier Wochen anstecken werde, sagte Wendtner. Das Affenpockenvirus verursacht meist nur sehr milde Symptome, es kann aber zu schweren Verläufen kommen. kreiszeitung.de fasst zudem alle wichtigen Informationen zum Erreger zusammen.

Affenpocken: Der erste Patient in Deutschland stammt aus Brasilien

Update vom 20. Mai, 13.50 Uhr: Der erste gemeldete Affenpocken-Patient in Deutschland war ein 26-Jähriger aus Brasilien. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der junge Mann ist von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist und hält sich seit rund einer Woche in der bayerischen Landeshauptstadt auf. Zuvor war er in Düsseldorf und Frankfurt am Main gewesen.

Der Patient befinde sich derzeit isoliert auf einer Station des Klinikums Schwabing in München, teilte das Ministerium mit. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München hatte zuvor mitgeteilt, am Donnerstag den ersten Fall von Affenpocken in der Bundesrepublik bei einem Patienten entdeckt zu haben. Weitere Kontakte werden aufgebaut.

Ausbruch von Affenpocken: WHO wird voraussichtlich Notfallsitzungen einberufen

Update vom 20. Mai, 13.24 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) plant nach den jüngsten Pocken-Epidemien eine Notfallsitzung. Das berichtete der britische The Telegraph. Daher muss eine Gruppe führender Experten einberufen werden. Da das Virus unter Schwulen und bisexuellen Männern ungewöhnlich weit verbreitet ist, kann dies ein wichtiges Gesprächsthema sein. Daher sollte auch eine Impfung mit einem spezifischen Pockenimpfstoff in Betracht gezogen werden.

Großbritannien hat auch einen Pockenimpfstoff bestellt. Das teilte auch die BBC auf Anfrage der britischen Regierung mit. Der Impfstoff sollte Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko verabreicht werden. Auch wenn der Pockenimpfstoff nicht speziell auf das Affenpockenvirus angepasst ist, soll er doch einen gewissen Schutz bieten – vor allem vor schwereren Erkrankungen.

Affenpocken seien in Deutschland bestätigt worden, sagte Lauterbach

Der erste Bericht vom 20. Mai 2022

München – Die Inzidenz von Affenpocken nimmt in Europa und Nordamerika zu. Jetzt gibt es einen Fall von Affenpocken in Deutschland. Das teilte die Bundeswehr mit. Nach Angaben des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München vom Freitag wurde das Virus am Donnerstag zweifelsfrei bei einem Patienten nachgewiesen. Der Patient zeigt charakteristische Hautveränderungen. Nähere Angaben machte das Institut zunächst nicht.

„Es war nur eine Frage der Zeit, bis Affenpocken in Deutschland entdeckt werden“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach laut afp am Freitag in Berlin. Lauterbach schlug vor, dass der Ausbruch kontrolliert werden könnte.

Affenpocken: Erster Fall in Deutschland bestätigt – Ansteckung und Symptome

„Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen wir davon aus, dass das Virus nicht so leicht übertragbar ist und dieser Ausbruch kontrolliert werden kann“, sagte der Gesundheitsminister. „Aber das kann nur funktionieren, wenn man schnell handelt.“ Das Virus wird nun genauer analysiert, um zu sehen, ob es sich um eine ansteckendere Variante handeln könnte.

Das Virus verursacht laut Gesundheitsbehörden meist nur leichte Symptome, es kann aber zu schweren Verläufen kommen. In einigen Fällen sind tödliche Krankheiten möglich. Das Virus wird hauptsächlich durch direkten Kontakt oder Kontakt mit kontaminierten Materialien übertragen, eine Übertragung durch Tröpfchen in der Luft ist über kurze Distanzen möglich – was wohl sehr selten ist.

Der Epidemiologe Paul Hunter von der University of East Anglia hält es für sehr unwahrscheinlich, dass die Krankheit in westlichen Ländern tödlich verlaufen wird. Aber es sei nicht unmöglich, sagte er der BBC. Affenpocken sind besonders gefährlich für eine Gruppe.

Die westafrikanische Variante des Virus, die in Europa und den Vereinigten Staaten vorkommt, tötet etwa ein Prozent der Infizierten in Afrika. Es gibt auch eine zentralafrikanische Option mit zehn Prozent der Todesfälle auf dem Kontinent. Laut Robert-Koch-Institut sind alle Altersgruppen und beide Geschlechter gleichermaßen anfällig. Kinder sind in Afrika besonders von fatalen Verläufen betroffen.

Affenpocken-Fälle sind bisher in 11 Ländern aufgetreten (Stand: 20. Mai 2022)

Portugal5 bestätigte Fälle von Affen / 20 Verdachtsfälle Spanien7 bestätigte Fälle von Affen Oksana2 bestätigte Fälle von Affen / 20 Verdachtsfälle UK9 bestätigte Fälle von Affenpocken1 AffenpockenBelgien bestätigter Fall2 Affenpocken1 bestätigter Fall Affenpocken bestätigter Fall

Affenpocken in Deutschland/München: Immer mehr Infektionen werden bekannt

Für Experten war es nur eine Frage der Zeit, bis es in Deutschland Hinweise auf Affenpocken gibt. „Ich wäre überrascht, wenn wir in Deutschland nicht in wenigen Tagen einige Infizierte finden“, sagte der deutsche STI-Präsident Norbert Brockmeier am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Aufgrund der großen Fallzahlen in anderen westlichen Ländern spekuliert der Mediziner, dass das Virus schon länger unbemerkt zirkuliere, sagte Brockmeier: „Wer denkt heute noch an Pocken?“ neues Bewusstsein für die Infektion und damit mehr Beweise.

Nach ersten Fällen in Großbritannien, Spanien, Portugal, Italien, Schweden und Frankreich sowie den Vereinigten Staaten und Kanada wurden bestätigte und vermutete Fälle gemeldet.

Affenpocken: Erreger und Symptome – RKI berät

  • Typische Symptome einer Affenpocken-Infektion laut RKI:
  • Fieber
  • Schmerzen im Kopf, in den Muskeln und im Rücken
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Schüttelfrost
  • starker juckender Ausschlag

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rief erst am Donnerstag zur Wachsamkeit auf. „Bei einem verdächtigen Krankheitsbild sollte an eine Affenpocken-Infektion gedacht werden, insbesondere bei Rückkehrern aus (West-)Afrika und natürlich bei Kontakt zu bekannten Fällen“, heißt es im Epidemiologischen Bulletin vom 19. Mai. Mehr noch: Auch bei unklaren Hautveränderungen, ähnlich wie bei den Pocken, sollten Pocken als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden, wenn die Betroffenen bestimmte Gebiete nicht bereist haben.