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Alberschwende: Umfahrung „für alle“ – vorarlberg.ORF.at

In der Gemeinde Alberschwende wird seit Jahrzehnten versucht, den Verkehr aus den zentralen und besiedelten Gebieten zu entlasten. Eine fast vollständig ausgehandelte Lösung ist vor rund 40 Jahren in letzter Minute gescheitert. Mit einem rund vier Kilometer langen Tunnelprojekt gibt es nun einen neuen Anlauf. Einen Korridor hat die Landesregierung bereits beschlossen. Bereich, in dem die Straße passieren kann. Damit ist der Weg frei für die weitere Planung.

ORF Vorarlberg: Frau Schwartzmann, die Gemeinde Alberschwende und das Land arbeiten an einem Großprojekt für die Umfahrung Alberschwende. Es handelt sich um eine Tunnellösung mit einer Länge von fast vier Kilometern. Es ist keine Vision, aber es wird hart und ernsthaft daran gearbeitet?

Schwartzman: Ja, wir arbeiten wirklich hart und ernsthaft daran. Ich gebe zu, es ist lange her, aber wir waren noch nie so weit wie jetzt. Wir haben jetzt zwei Korridore – den Korridor L200 und einen zweiten Korridor. Dies ist die Staatsstraße von Butch, die direkt am Dorfplatz endet. Und wir sind sehr gespannt darauf, hier weitere Schritte gehen zu können.

ORF Vorarlberg: Auch aus finanzieller Sicht ist das mit rund 260 Millionen Euro ein Großprojekt, also in einer ähnlichen Größenordnung wie der City-Tunnel Feldkirch. Aber Sie sagen, das ist nicht nur ein Projekt für die Alberschwende, sondern hat auch eine wichtige Funktion, welche?

Schwartzman: Die L200 hängt am hochrangigen Straßennetz und ist eigentlich der Eingang zum Bregenzerwald. Die Zahlen zeigen es: Täglich passieren durchschnittlich 15.000 Fahrzeuge die Gemeinde in den Bregenzerwald.

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Alberschwende Angelika Schwartzmann (ÖVP)

ORF Vorarlberg: Ein zweites großes Thema, nicht nur in Alberschwende, ist Wohnen und Bauen. Wir alle wissen, dass die Preise sehr stark gestiegen sind. Was suchen Menschen, die nach Alberschwende kommen? Sind kleinere Einheiten geplant oder haben Sie noch alte Bilder im Kopf?

Schwartzman: Es gibt viele Anfragen, aber viele wollen ein Grundstück oder ein Haus in Alberschwende kaufen. Eine dichte Bebauung steht noch nicht auf der Agenda. Wir haben gemeinnützige Wohngemeinschaften, die gut besetzt sind, aber es gibt keine lange Warteliste.

ORF Vorarlberg: Kommen wir zum Thema Nahversorgung und Kaufkraft. Nun will der Messepark die Verkaufsfläche um 4.000 Quadratmeter erweitern. Welche Auswirkungen hat das auf den Bregenzerwald?

Schwartzman: Ich verstehe, wenn der Bregenzerwald Probleme hat. Es ist wichtig, dass unsere Ortszentren nicht versiegen. Vor rund 15 Jahren kam die Lebensmittelkette Hofer nach Albeschwende. Dies führte nicht zu einer Geschäftsaufgabe. Wir haben sogar noch mehr Besucher, weil Hofer einfach ein größeres Einzugsgebiet hat und viele Leute hierher kommen und dann natürlich im Dorf einkaufen gehen.