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Amokfahrt Berlin: Der mutmaßliche Todesfahrer befindet sich vorübergehend in der Psychiatrie

Panorama Berlin

Das Bezirksgericht genehmigte die Unterbringung eines Tatverdächtigen in einer psychiatrischen Anstalt

Stand: 09.06.2022 | Lesezeit: 4 Minuten

„Polizei schließt Vorfall aus“

„Der Innensenator spricht vom Wahnsinn eines Täters mit geistiger Behinderung“, sagte WELT-Reporter Jens Roypert von der Berliner Ermittlungsgruppe Kurfürstendamm. Obwohl die genauen Motive noch nicht bekannt sind, wird ein Unfall ausgeschlossen.

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Der mutmaßliche Todesfahrer aus Berlin wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorübergehend in einer psychiatrischen Abteilung untergebracht. Ihm werden Mord und versuchter Mord in 17 Fällen vorgeworfen. In seiner Wohnung wurden Drogen gefunden.

Die von der Staatsanwaltschaft nach der tödlichen Fahrt in Berlin beantragte Unterbringung des Fahrers in einer psychiatrischen Anstalt wurde vom Landgericht Tiergarten genehmigt. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstagabend auf Twitter mit. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte zuvor, es gebe Hinweise darauf, dass der festgenommene 29-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie leide.

Der Sprecher bestätigte zudem, dass der Mann in zwei Personengruppen hineingefahren war. Der Mann sei „vorsätzlich mit einem Fahrzeug gefahren“ in eine Menschengruppe an der Ku’damm-/Ecke Rankestraße und dann in eine Gruppe von Schülern und Lehrern in der Tauentzienstraße. Die Staatsanwaltschaft hat ihn eines Mordes und 17 versuchten Mordes sowie gefährlicher Einmischung in die Bewegung angeklagt. Die Merkmale des Mordes sind heimtückisch und mit gesellschaftsgefährdenden Mitteln angeordnet.

Zunächst sprach die Staatsanwaltschaft von 31 Fällen. Allerdings sei in mehreren Fällen „im Hinblick auf weniger schwer Verletzte der Tötungsvorsatz nicht mehr hingenommen worden“, schrieb die Staatsanwaltschaft Berlin auf Twitter.

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Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 29-jährigen Fahrers wurden Drogen gefunden. Der Angeklagte hat seine Ärzte von der Schweigepflicht entbunden. Es gibt keine Hinweise auf eine terroristische Herkunft. „Aber vor diesem Hintergrund kann ein Unfall ausgeschlossen werden“, sagte ein Sprecher.

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Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass der Mann in der Vergangenheit unter psychischen Problemen gelitten habe. „Die genauen Umstände müssen im Rahmen laufender Ermittlungen noch geklärt werden“, sagte die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Abgeordnetenhaus. Der heute 29-jährige Mann armenischer Abstammung wurde 2015 in Deutschland eingebürgert. Immer wieder wurde er von der Polizei gesichtet, es wurde wegen Körperverletzung, Grenzüberschreitung und Beleidigung ermittelt.

Über politische und extremistische Aktionen ist nichts bekannt. „Auch im Zusammenhang mit den verfassungswidrigen Bemühungen ist der Verdächtige bisher nicht gesichtet worden.“ Im Auto sei kein Geständnisschreiben gefunden worden, sagte Spranger. „Im Auto wurden Plakate gefunden. Ob und inwieweit sie mit der Tat im Zusammenhang stehen, wird ebenfalls untersucht.“ Spranger betonte: „Deshalb schätze ich die gestrigen Vorkommnisse aufgrund der aktuellen Lage als Wahnsinn eines Menschen mit geistiger Behinderung ein.“

„Vor-Ort-Maßnahmen umgesetzt“

Der Mann befinde sich in Polizeigewahrsam und werde am Donnerstag einem Richter gegenüberstehen, sagte Spranger. Der Richter kann einen Haftbefehl erlassen, damit der Mann festgenommen werden kann. „Die Ermittlungen der Mordkommission werden durchgeführt und sind in vollem Gange. Die Maßnahmen vor Ort sind abgeschlossen.“ Die Polizei durchsuchte am Mittwochabend die Wohnung des Mannes. „Derzeit werden sowohl Mobiltelefone als auch Computer sehr intensiv untersucht.

Spranger fuhr fort: „Heute Nacht hätte ich fast meine Augen nicht geschlossen.“ Ihre Gedanken sind bei der ermordeten Lehrerin und ihren Angehörigen sowie bei den vielen Verletzten und Schwerverletzten. Einige der Jugendlichen und Eltern, die am Mittwoch nach Berlin gekommen sind, kehren nun nach Hessen zurück.

Sechs Opfer sind weiterhin in Lebensgefahr

Nach Angaben der Polizei sind nach dem Mord noch sechs Personen in Lebensgefahr. Neben dem toten Lehrer seien nach neuesten Angaben 32 Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Darunter seien 14 Schüler einer Klasse im nordhessischen Bad Arolsen, sagte Spranger am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. 50 weitere Personen wurden demnach psychisch betreut. Weitere Schwankungen der Zahl sind laut Polizei und Feuerwehr aufgrund der dynamischen Entwicklung möglich.

Sieben Schüler wurden mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein weiterer Lehrer wurde ebenfalls schwer verletzt. Einige der jungen Opfer und ihre Eltern kehren bereits in ihre Heimat zurück, sagte der Berliner Innensenator.

Die meisten Betroffenen wurden verletzt, als der Fahrer an der Ecke Ku’damm/Ecke Rankestraße in eine Menschengruppe prallte. Weitere Verletzte gab es, als der Wagen knapp 200 Meter entfernt an der Ecke Tauentzienstraße/Marburger Straße im Parfümschaufenster landete.

Die Politik spricht von Amoxizität

Der tödliche Vorfall wurde von Politikern als Amokat bezeichnet. Nach Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich am Donnerstagvormittag auch der regierende Bürgermeister von Berlin, Francisco Gifi (beide SPD): „Gestern Abend hat es angezogen“, sagte Gifi gegenüber RBB Inforadio. Polizeiliche Ermittlungen hätten ergeben, “dass es sich um einen Amok-Angriff eines geistig schwerstbehinderten Menschen handelt”. Mit Hilfe eines Dolmetschers werde versucht, “mehr zu verstehen als die manchmal wirren Aussagen, die er macht”.

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Angeblicher Amoklauf in Berlin

Berlins Innensenator Spranger hat den Mord an einem 29-Jährigen in der Hauptstadt am Mittwoch bereits als “Amoktat” bezeichnet – wie wenig später Bundeskanzler Olaf Scholz. „Die heutigen Vorkommnisse in der Tauentzienstraße sind nach neuesten Erkenntnissen eine Wahnsinnsaktion eines Menschen mit geistiger Behinderung“, erklärte Spranger am Abend auf Twitter.

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